„Tierbedarf “ wird im Rahmen der „Bonner Buchmesse Migration“ ausgezeichnet

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Meine Erzählung „Tierbedarf“ gehört in diesem Jahr in der Kategorie Erzählungen und Kurzgeschichten zu den drei Erstplatzierten im Rahmen des  Literaturwettbewerbs der Bonner Buchmesse Migration. Welcher Platz es auch am Ende sein wird (das erfahren die drei Preisträger erst am 21.11.) – dies ist in jedem Fall ein glückliches Ende für meine bereits zwei Jahre alte Geschichte rund um ein Flüchtlingsmädchen, einen alten Papagei und einen Helfer mit zweifelhaftem Charakter.

Manchmal hängt das Herz der Autorin an einer Figur (hier hing es an allen dreien), dennoch war die Geschichte nicht so leicht unterzubringen – vielleicht weil die darin beschworene Grundstimmung vor nicht allzu langer Zeit noch beinahe surreal gewirkt haben mag.  Inzwischen haben die Ereignisse mich, die Story und ganz offenbar auch die Jury des Literaturwettbewerbs eingeholt. Gratulieren möchte ich auch meiner Freundin und Mitstreiterin bei der Autorengruppe LiteRatten, Jutta Schönberg, deren Text ebenfalls nominiert war und in der Auswahlanthologie zu lesen sein wird.

Die Preisverleihung findet am Samstag,  21.11.2015, 15.30 Uhr im Haus der Geschichte in Bonn (Großer Saal) statt.

Der Wettbewerb stand in diesem Jahr unter dem Motto: »GrenzenLos – Vielfalt leben« AutorInnen aus aller Welt waren dazu aufgerufen ihre Texte einzureichen. Erwünscht waren „Auseinandersetzungen mit dem Phänomen der Grenze in all seinen Erscheinungsformen. Denn nicht nur territoriale Grenzen markieren Wirkungsräume, es sind auch die kulturellen und persönlichen Grenzen, auf die wir treffen – Grenzen, die so unterschiedlich wie die Menschen selbst sind.“ (Website der Bonner Buchmesse Migration)

„Self-made-Superman“ in der Endauswahl beim 20. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb

Meine Geschichte „Self-made-Superman“ ist unter den 23 für die Endauswahl vorgesehenen Texten beim Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2015. Nach Angaben der Veranstalter wurden in diesem Jahr über 1000 Beiträge eingereicht.

Die Jury besteht aus Micha Schachner (Lektorin Droemer-Knaur), Annette Walter (Lektorin Deutsche Verlags-Anstalt), Prof. Kathrin Bleuler (Universität Salzburg), Dr. Uwe Kullnick (Freier Deutscher Autorenverband) und Heike Hauf (freie Lektorin). Die Jury wird bis Anfang November vier der Geschichten für eine Lesung aus, die am 21. November in München stattfindet. Unter: http://www.zuendeln.de/?page_id=1937) kann man sich einen Platz an einem der Tische sichern. Jeder Text wird erst musikalisch (live) eingeführt, dann von Schauspielern gelesen, schließlich von einem Koch in einem Menügang interpretiert. Es wird also vier solcher Gänge geben. Das Publikum wählt zum Schluss den Sieger, der das Preisgeld (1000 Euro) und ein verlängertes Wochenendstipendium in einem von den Veranstaltern noch nicht bekannt gegebenen  Elfenbeinturm gewinnt, sowie (Zitat) „auflagenstark veröffentlicht“ wird. Zusätzlich vergibt der Freie Deutsche Autorenverband Bayern (FDA, www.fda-lv-bayern.de) den Jurypreis (250 Euro). Die Autoren der Siegerrunde werden zur Autorenlesung und zum Lesungsabend nach München eingeladen.

Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass ich unter den Preisträgern bin – die Auswahl von 23 aus über tausend Texten verspricht eine überaus harte Konkurrenz und mein Superman ist (das muss ich zugeben) ein durchaus zwiespältiger Charakter, mit dem man sich nicht so recht identifizieren mag. Zudem werden im Verlauf der Geschichte durchaus unappetitliche Dinge erzählt, die mit einem gestrandeten Pottwal und dessen Penis zu tun haben. Hier nur so viel:

„Ist nur so eine Macke von mir. Ich habe noch nie jemanden gerettet. Vor dem Tod oder so. Würde ich gerne, es hat sich nur noch nichts ergeben.“

„Hört sich an, als hätten Sie jede Menge Zeit.“

„Ich hab eine Spendenhotline und eine Mitgliedschaft.“ Er schob eine blaurote Visitenkarte über den Tisch. Fünf Pfund für Superman, las ich, dahinter eine Telefon- und eine Kontonummer.

„Er lebt davon, dass er ein netter Kerl ist“, sagte Fred, während er sich die Hände wusch.

„Neuartiges Geschäftskonzept. Es reicht gerade so, damit ich über die Runden komme. Die Arbeit macht nicht reich, aber dafür zufrieden. Die meiste Zeit, wenigstens.“ Jetzt schwieg er. Endlich.

a.l., 2009
a.l., 2009

Tapas und Texte

Puerta del Sol, Madrid. Foto: Tomás Fano auf Flickr

TAPAS + TEXTE

Dinner-Lesung

(leider bereits ausverkauft!)

Für Tapas und Vino Tinto sorgt Alexandra Pieper in ihrem stimmungsvollen K’ffeehaus. Die Texte von Anke Laufer und Heidemarie Köhler entführen Sie in kleine Hotels und schummrige Tavernen, sie erzählen von Liebe, Tod und Sehnsucht, geheimnisvollen Flamencotänzerinnen und Goyas schwarzen Gemälden in einem Spanien, das Sie so garantiert noch nicht kennen.

K’ffeehaus in Kirchentellinsfurt, Am Plon 2

Freitag, 16. Oktober 2015, 20.00 Uhr

Eintritt € 15.00

Die Lesung wird unterstützt vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg

Reisen zwischen Wort und Bild

Vom 22.Juni bis zum 27.Juni fand unter der Leitung von Livia Scholz Breznay und mir im Kloster Inzigkofen wieder das Seminar unter dem Titel „Das Reisetagebuch -Erinnerungen kreativ bewahren“ statt. Die Teilnehmer standen vor der reizvollen Aufgabe, den Aufenthalt in Inzigkofen als ein Experimentierfeld für künftige Reisetagebücher zu nutzen. Wie überraschend dien Ergebnisse waren, sei hier nur angedeutet: Folgende Bilder zeigen einen Querschnitt der im Kurs entstandenen gestalterischen Arbeiten. Auf eine Veröffentlichung der vielfältigen Texte, die in den fünf Tagen entstanden sind – von der Beschreibung einer Pflanze, der Schilderung eines Spaziergangs, über Gedichte bis hin zum Krimi – aber eben auch biografisch-persönliche Eintragungen – wird ausdrücklich verzichtet. Der Leser ist dazu aufgerufen, diese Leerstellen mit der eigenen Vorstellungskraft zu füllen!

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K1024_P1080050K1024_P1080013 Weiterlesen „Reisen zwischen Wort und Bild“

Vom Unterwegssein, von unerträglicher Spannung und fantastischen Auszeiten – Ihr Kopfkino in Inzigkofen

Der Reutlinger Generalanzeiger berichtete unter dem Titel „Gestaltete Erinnerungen“ in seiner Ausgabe vom vergangenen Donnerstag über die Kooperation zwischen der Künstlerin Livia Scholz-Breznay und mir, die ins fünfte gemeinsame Jahr geht. Unser Rezept: Das lebhafte Wechselspiel zweier künstlerischer Schwerpunkte zwischen Schreiben und Gestalten, hier dokumentiert am Beispiel Reisetagebuch:

„Für die Autorin Anke Laufer (Mähringen) und die Künstlerin Livia Scholz-Breznay (Gomaringen) ist das Schreiben von Reisetagebüchern viel mehr als ein protokollarischer Akt. Es ist eine eigene Art der Auseinandersetzung mit dem Erlebten. (…) Was die beiden lehren, ist der Gegenentwurf zur üblichen großen Fotoserie aus dem Urlaub. Es ist der genaue Blick auf das, was am Urlaubstag wirklich wichtig war. Und das kann eine Stimmung ebenso sein wie ein besonderer Blick, ein kleines Detail (…)“

Zum Artikel „Gestaltete Erinnerungen“ von Irmgard Walderich geht es HIER

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Für die folgenden diesjährigen Kurse in Inzigkofen (siehe unten)  sind nur noch sehr wenige Plätze frei. Jetzt anmelden!

Das Reisetagebuch – Erinnerungen kreativ bewahren
ein Kurs zwischen Schreiben und Gestalten

Reisen und Ferientage sind nur scheinbar unvergesslich – zwischen Schnappschüssen geht vieles verloren. Fundstücke, Texte, Fotos und Zeichnungen lassen sich jedoch zu wunderbaren Erinnerungsbüchern verarbeiten. Im Kurs erstellen wir ein Inzigkofen-Tagebuch, das als Experimentierfeld für spätere Reisetagebücher dient – so können alle Textformen und gestalterischen Möglichkeiten ausprobiert werden.

Aus dem Kursprogramm: Große Reiseschriftsteller – wie haben die das gemacht? – offene / private Formen des Reisetagebuchs – Schreibübungen – Notieren und lebendiges Schildern von Beobachtungen, Sinneseindrücken, Stimmungen und Atmosphäre – wie ergänzen sich Text / Fundstücke und Bilder auf ideale Art und Weise?– Zeichnen / Malen für das Tagebuch in und um Inzigkofen – Mut zur Improvisation – Fundstücke zeichnen oder (z.B. als Collage) umgestalten – geeignete Materialien, Techniken – die richtige Vorbereitung für unterwegs – die eigene, sehr persönliche Sicht auf das Erlebte entwickeln – offener Erfahrungsaustausch unter Teilnehmern.

Während des Kurses wird es eine individuelle Betreuung der Teilnehmer durch die beiden Kursleiterinnen geben, bei der die ganz persönlichen Schwerpunkte und Vorlieben Berücksichtigung finden.

Kursnummer: 08087 | Kursbeginn: Mo 22.06.2015 | Kursende: 27.06.2015 | Kursort: Inzigkofen

Zur Anmeldung geht es HIER

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„Kleine Verbrechen unter Freunden“
Werkstatt zum spannenden Schreiben

Hier kommt die Schreibwerkstatt für alle, die sich inmitten alter Klostermauern an einer mysteriös-spannenden Geschichte versuchen wollen. Leicht anwendbare Übungen und vielfältige Anregungen schüren die kriminelle Schreibenergie, praktische Tipps der Dozentin und die Komplizenschaft der anderen Teilnehmer helfen dabei, entstehende  Ideen umzusetzen. Schwerpunkte zu Recherche, Figurenbildung, Erzählperspektive und Spannungsaufbau ergänzen das tägliche Programm. Die Teilnehmer sollen am Ende des Seminars mit dem fertigen Manuskript eines Kurzkrimis oder einer mysteriösen Geschichte nach Hause gehen. Je nach Neigung kann aber auch ein Konzept für einen längeren Text entwickelt werden.

Schreiberfahrung ist von Vorteil, jedoch keine Bedingung. Die Teilnehmer sollten jedoch bereit sein, an ihrem Text über eine Woche hinweg kontinuierlich zu arbeiten und sich mit eigenen und fremden Texten kritisch, aber auch fair und freundlich auseinanderzusetzen.

Ihre Dozentin Dr. Anke Laufer ist u.a. Trägerin des Deutschen Kurzkrimipreises 2009, war für den Glauser-Krimipreis und den Agatha-Christie-Preis nominiert und erhielt 2014 das erste Stipendium der „Mörderischen Schwestern“.

Kursnummer: 05100 | Kursbeginn: Mo 13.07.2015 | Kursende: 18.07.2015 | Kursort: Inzigkofen

Zur Anmeldung geht es HIER

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Sneak Preview:

Hier kommt die Erlaubnis zum Tagträumen! Die alten Klostermauern von Inzigkofen laden Sie im November 2016 dazu ein, sich für eine Weile von der Realität zu verabschieden. Wenn die  Herbstnebel aus dem nahen Felsental steigen und um das alte Kloster wabern, wird sich eine Gruppe von Verschwörern zu einer fantastischen Auszeit zusammenfinden:  Ein lebhaftes Wechselspiel zwischen Realität und Fantasie, zwischen Bild und Text – und ein außergewöhnliches Kurserlebnis.  

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Eine Autorin geht fremd: Als Fotoreporterin bei Gewerkschaftsfrauen

Immer häufiger kann und darf ich mit Bildern arbeiten. Bereits im vergangenen Jahr war ich als Fotografin bei einer Konferenz der verdi-Gewerkschaftsfrauen dabei, diesmal wurde ich ganz offiziell für die Tagung „Lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung“ engagiert. Zu den interessanten Vorträgen und einer Galerie mit weiteren Bildern geht es HIER

P1070170 Weiterlesen „Eine Autorin geht fremd: Als Fotoreporterin bei Gewerkschaftsfrauen“

„Spinnweben“ erscheint

Die Anthologie zur Literaturausschreibung des Lionsclub Hamburg-Moorweide ist nach Mitteilung der Veranstalter fertig gestellt. Sie enthält meinen Text „Rumors Bildserie“, die Geschichte eines Abtrünnigen, der Zeuge des Verbrechens an einer Außenseiterin wird. Am Ende muss sich der Protagonist zwischen Geschwisterliebe und Gerechtigkeit entscheiden. Eine schwere Prüfung, wie sich herausstellt, wo er sich doch längst von seiner Familie losgesagt zu haben glaubte. Zur Präsentation der Anthologie, die im Verlag Peter Rathke erscheint, wird es am 27.5.2015 um 19.00 Uhr eine Lesung im Warburghaus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg, geben. Spinnweben Cover

Begegnung mit mörderischen Schwestern

Die ganze Unternehmung stand unter keinem guten Stern. Zwar schien erst alles geregelt, dann streikten die Lokführer. Ich hatte mir ausgemalt,  im Zug zu schreiben. Schreiben würde ich, den ganzen Weg, hin und zurück, vorbei an Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt undsoweiterundsofort. Manch einer soll  ja schon längere Erzählungen, vielleicht sogar einen Kurzroman, auf einer einzigen Zugfahrt fertiggestellt haben, redete ich mir ein.

Aber dann kam es doch ganz anders und ich musste mich hinters Steuer setzen.

Um die Sache interessant zu gestalten, hätte wenigstens das zu einem Abenteuer mit widerwärtigem Wetter und Staus von zwanzig Kilometer Länge führen müssen.  Aber nein, dramaturgisch gesehen war auch das ein totaler Reinfall: Um halb sechs losgefahren brach keine einzige der von den Medienpropheten angesagten Katastrophen auf Deutschlands Straßen über mich herein. Ganz im Gegenteil: Gegen halb neun brach die Sonne aus dem Nebel und ich hielt ein kleines Schläfchen auf einer Raststätte im Siegerland.

Ich sollte die mörderischen Schwestern in einem Hotel in Unna treffen, wo ihre diesjährige Hauptversammlung stattfand. Nun hatte ich selbstverständlich ein Hotel vor Augen, das dieser Vereinigung eine angemessene Kulisse bieten würde. Muffige Gerüche, Spinnweben. Solcher Kram. Zufall oder nicht: Genau so ein Hotel ist Teil einer der Geschichten, für die mir die mörderischen Schwestern in diesem Sommer ihr erstes Arbeitsstipendium zugesprochen hatten (der Anlass für diese Reise, nur ganz nebenbei bemerkt):

„Sehen Sie, mein verehrter imaginärer Leser, als Schriftsteller bemüht man sich im Leben wie im Schreiben vorzugsweise um einen gleichförmigen Takt, eine Symmetrie des Denkens und der Routine. Es ist nicht weiter wichtig, ob einschneidende oder gar verstörende Ereignisse die Taktschläge bilden, wichtig allein sind Gleichmäßigkeit und angemessene Pausen, die man mit Schreiben füllt. Dieses sehr altmodische Hotel scheint mir dafür außerordentlich gut geeignet. Verwinkelte, mit Rosentapeten ausstaffierte Zimmer, Flure, auf denen der Teppichboden von unzähligen Schritten fadenscheinig geworden ist, gemeinschaftliche Toiletten und Bäder auf jedem Stockwerk.“ Weiterlesen „Begegnung mit mörderischen Schwestern“