anke laufer

wort – bild – storytelling

„Die Abweichung“ für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert

Eilmeldung: Die Gewinnerin des Friedrich-Glauser-Preises 2011 in der Sparte Kurzkrimi ist nach 2009 zum zweiten Mal Judith Merchant. Herzlichen Glückwunsch, Judith!

Für den Friedrich-Glauser Preis 2011 in der Sparte Kurzkrimi waren nominiert: Zoe Beck mit „Rapunzel“, Anne Chaplet mit „Countdown in Selm“, Anke Laufer mit „Die Abweichung“, Judith Merchant mit „Annette schreibt eine Ballade“ sowie Sybille Zimmermann mit „Kleiner Tod“.

Im  SYNDIKAT, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur (A.I.E.P.) sind inzwischen über 600 Krimiautorinnen und -autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv. Das Syndikat schreibt in jedem Jahr seine Autorenpreise aus, die vom Förderverein für deutschsprachige Kriminalliteratur gestiftet werden. Für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte “Kurzkrimi” 2011 konnten bis 30.11.2010 Krimi-Kurzgeschichten eingereicht werden, die im Jahr 2010 in gedruckter Form (elektronische Veröffentlichungen wurden nicht berücksichtigt) erschienen sind. Es wurden 177 Titel bei der Jury eingereicht. (Die Jury bestand aus: Eva Almstädt, Christoph Badertscher, Mona Misko, Claudia Puhlfürst, Günther Thömmes.)

Die Preisträgerin wird auf dem “Tango Criminale”, der großen Abschlussgala auf der kommenden CRIMINALE am 7. Mai 2011 am Niederrhein verkündet und geehrt.

Der Preis in der Sparte „Kurzkrimi“ ist mit 1.000 € in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.

© Das Syndikat  das-syndikat.com/?page_id=27

Zoe Beck
„Rapunzel“ aus: Märchenmörder – Köln.-Preuß. Lektoratsanstalt

Nordalbanien im Jahr 1930: Als das letzte männliche Mitglied der Familie Zogjani der Blutrache zum Opfer fällt, wird Jerina als einzige Jungfrau ihr neues Oberhaupt. Man rasiert ihr das lange Haar ab; sie soll fortan wie ein Mann leben und ihren Bruder rächen. Gjon, der Mörder, versteckt sich in einem Fluchtturm. Nacht für Nacht liegt Jerina auf der Lauer. Bis sie Reisende aus Südalbanien beobachtet und erkennt, dass es noch eine andere Art zu leben gibt. Sie entschließt sich, zu fliehen, sobald sie Gjon getötet hat. Doch Jerina und der Mann, den sie ermorden soll, verlieben sich ineinander. Zoe Beck schreibt spannend und anrührend zugleich über Blutrache und festgefahrene Traditionen. Die Parallelen und Gegensätze zu dem Märchen geben der Geschichte einen universellen Charakter.
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Anne Chaplet
„Countdown in Selm“ aus: Mord am Hellweg V – Grafit

Ein aktuelles Thema. Eine rasant erzählte Geschichte. Ein eigenwilliger Stil. Jenny, ein hypersensibles Mädchen in der Pubertät. Die erste Liebe Tim. Die erste Enttäuschung. Die erste Periode. Alles riecht nach Blut. In Selm kriecht das Böse aus dem Boden. Jenny in ihrer Empfindsamkeit erahnt, spürt, fühlt und riecht die nahende Katastrophe. Aber niemand glaubt ihr, bis zu dem Tag, als das Fassungslose passiert …
Atemlos folgt der Leser den knapp 10 Seiten des Countdowns.

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Anke Laufer –
„Die Abweichung“ aus: Wie fühlt es sich an ein Tier zu sein – Swiridoff

Ein Mann fährt durch ein Gebiet, in dem er lange nicht war. Eine schorfige, gefleckte Kiefer am Horizont, ein toter Baumriese, ein alter, unangenehmer Bekannter, von dem er gehofft hat, ihm nie mehr begegnen zu müssen. „Raubvögel halten Wacht in den Bäumen am Straßenrand.“ Im Vorbeifahren sieht er eine alte Frau, sie schiebt ihren Rollator über den Feldweg; hin zu diesem Baum, jeden Tag. Melancholisch, bitter, eine eindringliche Zeitschleife. Bis sich die Gestalt eines Tages nicht mehr bewegt. Sie ist gefallen, liegt auf dem gefrorenen Boden.
Er biegt ab, fährt zu ihr. Was die Alte dort eigentlich jeden Tag mache, fragt er und bekommt zur Antwort, sie wolle zu ihrer Enkeltochter.
Er bringt sie ins Krankenhaus. In der Nacht stirbt die Alte.
Und er erinnert sich. An die Enkelin.

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Judith Merchant
„Annette schreibt eine Ballade“ aus: Mörderisches Münsterland – KBV

Judith Merchant lässt die noch unbekannte, aber ehrgeizige Droste-Hülshoff ein geheimes Tagebuch führen, in dem sie ihre Begegnung mit dem erfolgreichen, aber ausgebrannten Goethe schildert. Der Geheimrat, der unter rätselhaften Ängsten leidet, soll sie im Schreiben von Balladen unterrichten, spricht ihr aber, da sie eine Frau ist, die dafür nötige „historische Erfahrung“ ab. Die in einem frechen Plauderton voller Witz, Ironie und Seitenhiebe auf den Literaturbetrieb verfasste Geschichte zeigt die beiden Persönlichkeiten in einem gänzlich neuen Licht, löst in überraschenden Wendungen das Rätsel um Annettes im Moor verschwundene Zofe und hält für die aufstrebende Autorin eine unerwartete, sie beim Schreiben beflügelnde „historische Erfahrung“ bereit.
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Sybille Zimmermann
„Kleiner Tod“ aus: Die lange Tote vom Münsterplatz – Wellhöfer

Der traurigste Anblick auf der Welt ist der eines Kindergrabs. „Kleiner Tod“ beginnt und endet an einem über 100 Jahre alten Grab, das am Ende auch ein neues ist. Dazwischen entfaltet sich auf zwanzig Seiten eine Tragödie griechischen Ausmaßes: Ein junger Vater ist bereit, für das Wohl seines Kindes zum Mörder zu werden. Der Mord ist „zu erfolgreich“ und zerreißt, zerstört in der Folge die ganze kleine Familie. Böses tun, um Gutes zu bewirken – auch Mord in bester Absicht bleibt ein Mord. „Kleiner Tod“ ist ein ergreifendes, sensibles Stück über Gut und Böse, Schuld und Sühne, das lange im Gewissen des Lesers nachhallt.

© Das Syndikat  das-syndikat.com/?page_id=27

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