Bad Godesberger Literaturpreis für „Klauber und die Füchsin“

Mit manchen Geschichten ist es eine seltsame Sache. So mit meiner Story „Klauber und die Füchsin“, die ich bereits Ende 2018 schrieb und die zunächst keine Beachtung fand, etwa ein Jahr später jedoch in der englischen Übersetzung von Ruth Martin im britischen Online-Literaturmagazin Tigershark veröffentlicht wurde. Rund ein weiteres Jahr hat es gedauert, bis „Klauber und die Füchsin“ die Jury des Bad Godesberger Literaturwettbewerbs überzeugte. Am 27.August fand nun die Preisverleihung in der Parkbuchhandlung Bad Godesberg mit einer Lesung der prämierten Texte statt, stimmungsvoll begleitet vom Pianisten Andreas Orwat.

„Klauber und die Füchsin“ schildert die Begegnung zwischen dem kauzigen Witwer Eduard Klauber, einem Liebhaber von Sprache und Dichtung, der einsam in einem verschachtelten alten Haus lebt, und einer namenlosen jungen Frau, die sich auf der Flucht vor einem nicht näher benannten Regime befindet.

Als sie in der Küchentür stand, da nahm ich mich zusammen, streute ihr weiter Wortflitter über die angespannten Schultern, dazu ein bisschen sentimentales Klimborium, vorgetragen in meiner besten Schokoladenstimme, schmelzend und dunkel, das mildert und tröstet, das dämpft und zähmt Tiere wie Menschen, sagte ich mir.

Während ich den Tee aufgoss, sah ich auf die Felder hinaus, die leer und dunkel waren. Es hatte zu schneien begonnen und der späte Himmel schimmerte wie ein Kupferkessel. Auf der Schnellstraße pulsierte die schmale, neongrelle Bahn des Autoverkehrs.

„Haben Sie Antwort bekommen?“, fragte sie und meinte meinen Brief an den toten Dichter.  „Flora war meine Antwort“, sagte ich. Das hatte ich mir eben ausgedacht. Ich lachte leise in mich hinein. Sie trank den Pfefferminztee und aß ihre Eier. Wir schwiegen.

Das Haus war still bis auf das Tack-Tack der Pendeluhr. Sie roch nach welkem Winterkraut und Straßengraben, sie dünstete Blut und Schmerz aus, eine gejagte Kreatur. Man lief nicht in Sommersöckchen über die Februarfelder ohne triftigen Grund. “

„Klauber und die Füchsin“ erscheint Ende des Jahres im Literaturmagazin neolith. Eine weitere Veröffentlichung der Story wird es in der Wettbewerbsanthologie des Bad Godesberger Literaturpreises geben, die im Verlauf des kommenden Jahres im Kid Verlag erscheint.

Ich bedanke mich bei der Jury des Bad Godesberger Literaturwettbewerbs und beim Team der Parkbuchhandlung Bad Godesberg. Der schöne Abend fand einen späten und unterhaltsamen Abschluss in der Gesellschaft der sieben weiteren ausgezeichneten Autor*innen.

Schnaps im Dornröschen (und eine Lesung)

Die Lesebühne Text Genuß & Schnaps + Vorträge ist eine unregelmäßig und an wechselnden Orten stattfindende Lesebühne in Hannover. Sie ist Mitglied im Netzwerk Unabhängige Lesereihen. Die Veranstalter hatten mich im vergangenen Jahr eingeladen, weil ihnen mein im neuen Berliner Literaturmagazin Gym veröffentlichter Text „Der Waldrapp“ aufgefallen war. Leider musste meine Lesung dann verschoben werden – oder sollte ich nicht eher sagen: Glücklicherweise?

Denn dieses Mal hatte die Lesebühne an einen wahrhaft märchenhaften Ort geladen: Den Biergarten Dornröschen, idyllisch am Flussufer der Leine gelegen (Die Bilder sprechen für sich). Es ist wohl der klugen Auswahl der Veranstalter – Jan und Milena – zu verdanken, dass die Texte der eingeladenen Autor*innen ebenso märchenhaft zusammenfanden – und passten. Auch er dargebotene Schnaps war vom Feinsten. Kein Wunder also, dass das Publikum bester Stimmung war. Es lasen:

Moritz Brunken, der nicht nur als Texter, sondern auch mit der Freien Theatergruppe Thermoboy FK unterwegs ist.

Freya Petersen, Schriftstellerin und Illustratorin für Fantasy, Comic, Prosa, die zurzeit in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studiert.

Lisa Raabe, freiberufliche Texterin und Redakteurin, die zur Zeit ebenfalls in Hildesheim studiert – und zwar Literarisches Schreiben und Lektorieren.

…und ich selbst. Ich las diesmal meine Story „Elfmal Emma und Eve“, die eine Geschichte von Freundschaft und Liebe zwischen zwei Hochhausbalkonen und Textnachrichten erzählt – in der Hitze des Sommers 2021.

alle Fotos (bis auf 1) © Lamin Njie, https://www.instagram.com/blvcktvty/?hl=de

„Elfmal Emma und Eve“ unter den Preisträgern der Akademie für gesprochenes Wort und des deutschen PEN Zentrums

Lange ist es her, dass ich mich über eine Auszeichnung für einen meiner Texte freuen durfte. Doch der Fleiß des vergangenen Jahres (der vor allem den langen Lockdownmonaten geschuldet ist) beginnt sich auszuzahlen. Im Januar wurde meine Story: „Das Zeichen“ zum Text des Monats des Literaturhauses Zürich gewählt.

Nun ist mein Text „Elfmal Emma und Eve“ unter den Preisträgern des Wettbewerbs „Wächst das Rettende auch“. Der Preis wurde von der Akademie für gesprochenes Wort – Utta Kutter Stiftung und dem PEN-Zentrum Deutschland zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins ausgeschrieben. Dazu hieß es in der Ausschreibung: „Akademie und PEN regen damit zur literarischen Auseinandersetzung mit individuellen und sozialen Dimensionen der aktuellen Krise und ihrer geistigen Bewältigung an.“ Die Preisverleihung findet – vorausgesetzt die Pandemielage lässt dies zu – im September in Stuttgart statt. Auch die Anthologie zum Wettbewerb wird dann erscheinen.

In meiner Story „Elfmal Emma und Eve“ entspinnt sich während des Lockdowns eine Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen – von Balkon zu Balkon ihrer kleinen Hochhauswohnungen.

Am Morgen fällt mein Blick als Erstes auf den sonnenbeschienenen Fleck neben dem Bett, wo das gebrauchte Kondom liegt, zusammengerollt wie ein zertretenes Weichtier. Ich stehe auf, schlüpfe in den alten Bademantel und zurre den Gürtel fest, nehme das Ding mit spitzen Fingern hoch und trage es hinaus auf den Balkon, wo ich es in die Restmülltonne fallen lasse.  

Sie sollten vorsichtig sein, sagt eine Stimme ganz in der Nähe.

Ich schnappe nach Luft. Es ist meine Nachbarin. Der Kater sitzt diesmal zu ihren Füßen und schickt mir einen abschätzigen Blick.

Ich kann schon auf mich aufpassen. Aber danke, sage ich.

Sie mustert mich aus ihren tiefliegenden, trüben Augen. Fehler sind schnell gemacht. Sage ich immer.

Stimmt schon, sage ich, weil ich nicht weiß, was ich sonst sagen soll. Das Rauschen der Stadt ist ein entfernter Strom, aus dem sich dünn das Wehklagen einer Sirene heraufschraubt.“

Die Zähmung der Schwalben

Meine Story: „Die Zähmung der Schwalben“ ist eben in der neuesten Ausgabe des Wiener Literaturmagazins DUM erschienen, die unter dem Motto „Pantoffel statt Pandemie“ dazu aufgerufen hatte, Prosa und Lyrik zum Thema „Neue Häuslichkeit“ einzusenden.

(Und wofür steht eigentlich DUM? Es ist Das Ultimative Magazin, was sonst?)

Die Zähmung der Schwalben erzählt von Quint. Einem Mann, der sich abschottet, niemanden mehr an sich heranlässt. Bis eines Tages diese Neue bei EssenZ anfängt, dem Lieferdienst, der ihm die Einkäufe bis vor die Tür bringt…

Quint hielt Ausschau, bis er sie weit über den Hügeln ausmachte. Erst kamen sie einzeln, dann flogen sie dichter, ritzten Linien ins Firmament, flüchtig bloß, eingebildet.

Er verlagerte das Gewicht, nahm weiter Schwung, half mit den Beinen nach. Mit jedem Ausschlag gewann das Schaukelpendel an Höhe, eroberte sich rostig jauchzend ein weiteres Stück des Sommerhimmels. Höher und höher flog er auf seinem Trapez. Unter ihm schwankte die Hecke hin und her wie eine feierliche Prozession grüngeschmückter Elefantenrücken. Er war Quint. Er war der König der Artisten. Er war der Dompteur der Schwalben.“

Landschaft

Im Herbst 2020 ist meine Übersetzung des Gedichts „Landscape“ des englischen Lyrikers Matt Bryden in der Literaturzeitschrift Dichtungsring erschienen. Matt und ich haben uns während unseres Aufenthalts auf Hawthornden Castle im November 2015 kennengelernt, für das uns beiden ein Aufenthaltsstipendium der Drue Heinz Stiftung zugesprochen worden war. Unsere Freundschaft und der rege Austausch schlagen sich seither immer wieder auch in gemeinsamen Projekten nieder, unter anderem in gegenseitigen Übersetzungen und Sprachkursen an deutschen Hochschulen.

Matt Bryden, Lyriker und Lehrer für Literatur und Englisch als Fremdsprache, lebt und arbeitet in Somerset, England. 2018 wurde er mit dem Literature Matters Award der Royal Society of Literature ausgezeichnet, 2019 erhielt er den Charroux Memoir Prize und den William Soutar Prize, letzteren für das von mir erstmals ins Deutsche übertragenen Gedicht „Landscape“, das ich hier noch einmal vorstellen möchte. Mehr über Matts Arbeit in englischer Sprache auf: http://www.mattbryden.co.uk

„Das Zeichen“ ist Text des Monats Januar 2021 im Literaturhaus Zürich

Die „Großen Zwölf“ ist in diesem Jahr der Literaturwettbewerb des Literaturhauses in Zürich betitelt. Ende jeden Monats beurteilen drei Jurymitglieder – die Jury besteht aus Gesa Schneider und Isabelle Vonlanthen vom Literaturhaus Zürich sowie Florian Bissig, Catharina Fingerhuth, Elisa Fuchs, Christoph Kuhn, Jens Nielsen und Davina Rodgers – die Beiträge und wählen den «Text des Monats» aus. Dieser wird im Folgemonat auf der Website publiziert. Ich freue mich sehr, dass mein Text mit dem Titel „Das Zeichen“ es in diesem Januar zum Thema „Hoffnung“ auf das Siegertreppchen geschafft hat.

Besonders freue ich mich auch über das Lob der Jury: „Ihr Text hat uns sehr beeindruckt – in der Leichtigkeit des Erzählens und dem Tiefgang dahinter, dem Umgang mit dem Thema Hoffnung, einer frischen und mitreissenden Erzählstimme.“

Die MonatssiegerInnen werden voraussichtlich zum Jahresbeginn 2022 für eine Lesung ihrer Texte ins Literaturhaus eingeladen. Die Texte werden zudem in einer Anthologie publiziert.

Die Museumsgesellschaft wurde 1834 als Lesegesellschaft gegründet. Sie betreibt im eigenen Haus am Limmatquai einen grossen Lesesaal, eine Ausleihbibliothek und seit dem Jahr 1999 das Literaturhaus Zürich. Bild: wikipedia

Online – Rundgang an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart

Seit Jahren betreue ich mit meinen Kolleg*Innen  an der Design + Kunst Akademie Reutlingen junge Erwachsene, die sich für ein Kunst- Design- oder Architekturstudium bewerben – unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Wie herausfordernd und spannend dieser Bewerbungsprozess ist, wie fieberhaft gearbeitet wird, wie überwältigend die Glücksgefühle derjenigen sind, die dort angenommen werden, erlebe ich dabei in jedem Jahr neu.

Ist die Mappe mit künstlerischen Arbeiten für gut befunden und sind dann auch noch praktische und mündliche Prüfung bestanden, dann  – ja dann öffnet sich den jungen Studierenden eine ganz neue Welt künstlerischer Erfahrungen. Einblicke in diese Welt gibt alljährlich der sogenannte Rundgang, auf dem die Studierenden ihre Arbeiten präsentieren – normalerweise in den vielen Ateliers der Akademie – in diesem Jahr erstmals Online.

Was es für die jungen Künstler*Innen und Gestalter*Innen bedeutet hat, während des Lockdowns nicht in ihren Ateliers arbeiten zu dürfen und ihre Professor*Innen und Kommiliton*Innen nur online zu treffen – das können wir nur erahnen. Trotzdem wurde auch in diesem Jahr fieberhaft gearbeitet und Großartiges geschaffen. Deshalb:

Gehen Sie auf eine Reise durch junge Kunst. Besuchen Sie den Rundgang der ABK 2020.

https://rundgang.abk.live

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Weitere Neuveröffentlichungen/Lesung

Meine Story „Der Hund“ erscheint im Herbst im Literaturmagazin außer.dem

„die münchner literaturzeitschrift außer.dem ist an zeitgenössischen modernen texten interessiert, die über die üblichen klassischen muster hinausreichen und an markanten stellen das gängige schema von lyrik und prosa verlassen. außer.dem veröffentlicht auch texte, die sich außerhalb des eingeführten literaturbetriebes sehen; texte, die der üblichen lyrik und prosa überraschende und innovative textalternativen gegenüberstellen.“

Der Hund (Auszug)

Hatte eingekauft, heut früh, wollt danach zum Strand, konnte dann nicht. War´s gewohnt, dem Hund zuzusehen. Steine, überall kollernde Steine, die haben dem Hund Spaß gemacht, er hetzte los, suchte einen aus, brachte ihn im Maul, warf ihn mir vor die Füße, guckte so, hechelte, brachte mich zum Lachen, guckte dann immer wie Damian. Der wollte auch immer getätschelt werden, der Streuner, auch wenn der irgendwann gar nix mehr mitbrachte, keine Walfischknochen, nicht mal Steine.

Bin dann also zum Palace Pier, stattdessen, ging so rum, zwischen den Imbissbuden und Fahrgeschäften, guckte den Leuten zu, weiß, kaffeebraun, schwarz, Eltern und Kinder, schwule Pärchen, Teenager, die knutschen. Brighton ist so, im Sommer, überall flattrige junge Dinger, frisch aus dem Kokon, Sprachstudentinnen, sowasalles, überallher, bloß weil sie in ein Loch gefallen sind, glauben die, sie sind in der Wunderwelt. Aber es ist die Stadt, die alte Schlampe, merkst nicht, dass du schon in ihrem Schlund steckst und verschluckt wirst, spurlos, einfach weg.

Lange her, das Lagerhaus, der Hafen, die Möwen und Damian, lange her. Die Holzstiege, weiter, immer weiter ging´s rauf, außer Atem, bis in den Himmel, oben der Dachboden, der Gasofen, fauchte die ganze Nacht, das Ungeheuer. Und Haufen, Türme aus Gerümpel, Damians Kram, er verkaufte manchmal was, wenn wir Geld brauchten. Hörten das Krallenscharren, Poltern, wenn die Hafenratten nachts rumkletterten, riesige Biester waren das, hat uns aber nix ausgemacht, haben uns nur fester umarmt, so war das.

Meine Story „Der Waldrapp“ erscheint demnächst in der neuen Berliner Literaturzeitschrift GYM  – http://gym-magazin.de/erste-ausgabe

Das Konzept von Gym: Texte, die zu viel Gewicht draufpacken und unaufgewärmt reißen. Erzählungen, die die Wirklichkeit anheben, um zu sehen, was dahinter liegt, sie verbiegen, erweitern. Lyrik, die will, dass man hinter ihrem Rücken über sie spricht. Figuren, die im Maschinenraum des Luxusliners Literatur schwere Hebel in Bewegung setzen.

Der Waldrapp (Auszug) https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/35/Waldrapp_01.jpg

„Ich würd´ ja gern fortgehen. Aber ich kann einfach nicht, weißt du.“

„Leute machen sowas jeden Tag.“

„Bleibst du denn noch lang?“ Sie deutet zum Block hinüber.

„Wieso?“

„Die da drüben bleiben nie lang. Ist so.“

„Ich gehe erst, wenn ich fertig bin.“

„Mit was musst du denn fertig werden?“

Da erzähle ich ihr von Elena, obwohl ich das gar nicht beabsichtigt habe. Am Ende berichte ich ihr sogar von meiner Arbeit, den Ergebnissen der Berechnungen und von meinen Schlussfolgerungen. Ich rede eine Menge und sie hört einfach zu. „Noch ein paar Jahre, dann ist alles aus dem Ruder gelaufen. Und niemand unternimmt ernsthaft etwas dagegen. Das macht mich fertig, ehrlich.“

„Kein Wunder“, sagt sie und schenkt mir noch einen Schnaps ein. Ich stürze ihn hinunter.

„Ich hab einen Waldrapp aus deiner Scheune kommen sehen. Neulich Nacht, im Traum.“ Ich beschreibe ihr das fettigschwarze Gefieder mit dem grünen Schmeißfliegenschillern, den faltigen roten Schädel, die langen Schopffedern, den Stocherschnabel.

Maries großer Kopf lehnt am Treppengeländer. Erst denke ich, sie sei eingeschlafen, aber dann sagt sie:

„Du hast den Nachtkrab gesehen. Das war der Nachtkrab.“

„Nein, Waldrapp, nicht Nachtkrab.“

Sie schüttelt den Kopf als versuche sie, einen lästigen Gedanken loszuwerden.

„Du bist nicht brav gewesen.“

„Brav?“

„Er kommt uns holen, wenn wir nicht tun, was man uns sagt.“

„Wer?“

„Du warst wieder nicht brav, hat sie gesagt, jetzt kommt er dich holen, hat sie gesagt und den Riegel vom Kohlenkeller zugeschoben. Im Finstern drin, auf einmal, da hab ich ihn gesehen, wie er sich über mich beugt. Schnipp, schnapp, so hat der gemacht mit seinem Schnabel. Wie mit einer langen Schere.“

Sie verstummt und dreht das Gesicht weg. Ich sage nichts, mir fällt nichts ein.

Nach einer Weile lege ich ihr vorsichtig den Arm um die Schultern.

Es wird schon hell. In einem der Apfelbäume beginnt eine Amsel zu singen.

Zur Lesung dieses Textes bin ich am 8.10.2020 auf die „Lesebühne Text Genuß & Schnaps“  in Hannover  eingeladen. Die Lesebühne Text Genuß & Schnaps + Vorträge wurde im Herbst 2018 von Jan Fischer und Gila Hofmann gegründet, für alle, die jenseits von Poetry Slam und Wasserglaslesungen für etablierte Autor*innen eine Bühne für Literatur vermissen.

„Literatur jenseits der Duldungsstarre, Vorträge jenseits muffiger Vorlesungen, Räusche auf unerforschtem Gebiet.“

Zur Lesebühne geht es HIER

Kursangebote im Frühjahr 2017 – VHS Inzigkofen, VHS Reutlingen

„Glück riecht nach frisch gefallenem Schnee“
Schreiben mit allen Sinnen

In diesem Kurs schreiben wir Geschichten und Szenen, die man nicht nur lesen und sehen, sondern auch hören, riechen, schmecken und fühlen kann. Die Räume des alten Klosters und die großartige landschaftliche Umgebung bieten uns gerade in dieser als karg empfundenen Jahreszeit ganz besondere Perspektiven und schärfen den Blick für häufig übersehene Details und für das literarisch und atmosphärisch Außergewöhnliche. Von Streifzügen mitgebrachte Fotos, Notizen, Tagträume und Gedankenblitze liefern die Keime für persönliche, wunderbare oder auch herrlich absurde Figuren und Geschichten.

Ausgesuchte Materialien, Gerüche und Musik dienen als weitere Experimentierfelder und Schreibanregungen. Dabei beschäftigen wir uns auch näher mit der sogenannten Synästhesie, also der Fähigkeit, die Wahrnehmung verschiedener Sinne (literarisch) zu koppeln – so lassen wir beispielsweise Töne schmecken und Farben duften.

Die Texte werden sowohl individuell betreut als auch in der Gruppe besprochen – ganz nach Wunsch der einzelnen Teilnehmer. Jeder soll am Ende des Seminars mit einer kleinen Sammlung intensiver Texte nach Hause gehen. Ziel ist es, die literarische Fähigkeit zu entwickeln, schwer Beschreibbares für den Leser sinnlich erfahrbar zu machen und die eigenen Texte lebendig und „hautnah“ wirken zu lassen.

Voraussetzungen: Schreiberfahrung ist von Vorteil, jedoch keine Bedingung. Die Teilnehmer sollten bereit sein, sich offen und experimentierfreudig, aber auch fair und freundlich mit eigenen und fremden Texten auseinanderzusetzen und Neues zu wagen.

Leitung:   Dr. Anke Laufer, Kusterdingen-Mähringen

Beginn:    Montag, 13 Uhr
Ende:       Samstag, nach dem Frühstück

Kursnummer: 05020-17 | Kursbeginn: Mo 30.01.2017 | Kursende: 04.02.2017 | Kursort: Volkshochschule Inzigkofen im alten Kloster
(Volkshochschulheim Inzigkofen e. V.)
Parkweg 3 72514 Inzigkofen
Tel.: 07571/73980
Fax: 07571/739833

Kurs: 210,- €

Unterkunft und Verpflegung pro Person:
Doppelzimmer 220,- € / 280,- € (ohne/mit DuWC)
Einzelzimmer 245,- € / 305,- € (ohne/mit DuWC)

Zur Online-Anmeldung geht es HIER

Offene Türen in Greenway, Agatha Christies Haus bei Torquay, England foto: A.L., 2012
Offene Türen in Greenway, Agatha Christies Haus bei Torquay, England foto: A.L., 2012

Mein Projekt, meine Geschichte

Langfristige, projektbegleitende Schreibwerkstatt

Zeit und Raum zum regelmäßigen Schreiben. Viele wünschen sich so einen kreativen Zufluchtsort. Wer sich wünscht, auch langfristige Schreibprojekte (Roman, Erzählungsband) zu entwickeln und mit Anleitung und Begleitung voran zu treiben, ist hier genau richtig. Mit diesem Kurs schaffen wir uns einen festen Ort und die Muße für unsere Arbeit am eigenen Text. Ein Lektorat wichtiger Schlüsselszenen, Schreibimpulse sowie Einführungen in theoretische Schreibgrundlagen ergänzen das Programm.
Dr. Anke Laufer ist Trägerin mehrerer Literaturpreise. Mehr zur Autorin unter: ankelaufer.com
Der Kurs ist monatlich kündbar.

6 Termine, 25.03.2017 – 22.07.2017
Samstag, 14:00 – 18:00 Uhr

Lt5001

Gartentorschule, Gartenstraße 20, 72764 Reutlingen, Raum: E06, EG,

193,00 € (5 Monatsraten à 38,60 €, monatlich kündbar)

 

Das Text- und Illustrationslabor

in den Faschingsferien
für Jugendliche, auch zur Mappenvorbereitung
Eine Story schreiben und dazu zeichnen, malen, fotografieren? Oder umgekehrt? Alles durchtesten und vielleicht sogar im Team? Na klar! Wir wechseln immer wieder zwischen Wort und Bild, setzen typografisch um, was zunächst als Bild gedacht war, bebildern fremde sowie eigene Texte/ Storys und schreiben ganz neue. Egal, ob beim ersten Ausprobieren oder als Studienvorbereitung: ihr werdet bei euren eigenen Vorhaben intensiv von beiden Kursleiterinnen unterstützt. Den Fortgeschrittenen bieten wir zur Mappenvorbereitung eine Abstimmung von gestalterischen und schriftlichen Inhalten an (Anschreiben/ Motivationsschreiben), was eure Bewerbung zu einer „runden Sache“ macht. Weitere Infos unter: http://ankelaufer.com. Die Ergebnisse werden online dokumentiert.

Eine Material-Liste erhälst Du nach der Anmeldung.

5 Vormittage, 27.02.2017 – 03.03.2017
Montag, 27.02.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Dienstag, 28.02.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Mittwoch, 01.03.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Donnerstag, 02.03.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Freitag, 03.03.2017, 09:00 – 12:15 Uhr

Dr. Anke Laufer
Livia Scholz-Breznay

Ju1900

Spitalhof, Fachwerkgebäude, Metzgerstraße 40, 72764 Reutlingen, Raum: 101, Malen, 1. OG,

356,70 €

 P1000533

Die Bewerbung für kreative Studiengänge: Selbstbild, Selbstdarstellung und Marketing in eigener Sache

Spätestens im Rahmen von Motivationsschreiben und Gesprächen im Rahmen der Eingangsprüfungen wird großer Wert darauf gelegt, dass der Bewerber seine Motivation – ja seine Leidenschaft – für den gewählten Studiengang klar und überzeugend formulieren kann. Viele Bewerber fühlen sich aber genau in diesem Punkt unsicher und angreifbar. Fragen wie „Wo sehen Sie Ihre Stärken? „oder“Warum wollen Sie ausgerechnet zu uns?“ sind in Bewerbungssituationen nicht ungewöhnlich. Im gestalterischen Umfeld kommt erschwerend hinzu, dass man sich als kreative Persönlichkeit „verkaufen“ muss. Auch sollte man vermitteln, dass man fest entschlossen ist, diesen Berufsweg einzuschlagen, weil es genau der richtige ist – trotz der Warnungen angesichts vieler Unwägbarkeiten, die sich jungen Künstlern entgegenstellen. Wir arbeiten daran, sich über die eigene Ausgangssituation und Motivation klar zu werden und damit eine klare und positive Selbstdarstellung zu erreichen.

4 Vormittage, 10.04.2017 – 13.04.2017
Montag, 10.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr
Dienstag, 11.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr
Mittwoch, 12.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr
Donnerstag, 13.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr

Dr. Anke Laufer
Livia Scholz-Breznay

Bi0016

Spitalhof, Fachwerkgebäude, Metzgerstraße 40, 72764 Reutlingen, Raum: 101, Malen, 1. OG,

266,00 €

 

Freies Schreiben für Jugendliche und junge Erwachsene

No Limits!

In diesem Kurs gehören Laptop und Stift euch ganz allein. Keine Erörterungen, keine Interpretationen fremder Texte, kein Fehleranstreichen, keine Vorschriften. Hier geht es um eure Ideen und eure Vorstellungskraft. Wir schreiben Neues und holen alte Sachen aus der Schublade, um sie aufzupolieren. Dabei bekommt ihr nicht nur Tipps von einer Autorin, sondern auch noch den Austausch mit anderen Leuten, die das Schreiben genauso interessiert.
Dr. Anke Laufer ist Trägerin mehrerer Literaturpreise. Mehr zur Autorin unter: ankelaufer.com
Bitte mitbringen: Schreibmaterial, evtl. Laptop, Ideen oder angefangene Texte/Geschichten

3 Termine, 27.07.2017 – 29.07.2017
Donnerstag, 27.07.2017, 15:00 – 18:00 Uhr
Freitag, 28.07.2017, 15:00 – 18:00 Uhr
Samstag, 29.07.2017, 15:00 – 18:00 Uhr

Dr. Anke Laufer

Ju1903

Gartentorschule, Gartenstraße 20, 72764 Reutlingen, Raum: E06, EG

26,70 €

 

 

Nachtprotokolle

Neuerscheinung im Blitz-Verlag!k800_p1130358-2

Ein Fotograf, der eine grauenhafte Entdeckung macht. Ein Optiker, der sich aus Liebe ganz Ozeanien auf die Brust tätowieren lässt. Ein afrikanischer Warlord, der in einem Koffer endet. Eine alte Dame, die ihre Zwillingsschwester tötet. Ein selbsternannter Superheld, der den Penis eines Pottwals entführt. Wir treffen sie in Hochhaussiedlungen, in Hotelzimmern, in Imbissbuden und auf unwirtlichen Inseln – Verfolgte und Mörder, Eigensinnige und Phantasten.

Poetisch, beunruhigend, spannend: Die mehrfach ausgezeichneten Erzählungen dieses Buches leben von einer pulsierenden Unterströmung, die dem Leser immer wieder den Boden unter den Füßen wegreißt. „Die ausgereifte Sprache und Symbolik (…) orientiert sich an Edgar Allan Poe und Oscar Wilde und baut eine ähnlich dunkle Romantik der Atmosphäre auf.“ (Die Mörderischen Schwestern, 2014)

Erschienen als exklusive Sammleredition in der Reihe Phantastische Storys, bestellbar über den Verlag HIER

oder direkt bei mir per Email unter laufer_anke@hotmail.com

Darüber hinaus ist das Buch als e-book erschienen und als Download erhältlich bei allen großen Onlineportalen.