Online – Rundgang an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart

Seit Jahren betreue ich mit meinen Kolleg*Innen  an der Design + Kunst Akademie Reutlingen junge Erwachsene, die sich für ein Kunst- Design- oder Architekturstudium bewerben – unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Wie herausfordernd und spannend dieser Bewerbungsprozess ist, wie fieberhaft gearbeitet wird, wie überwältigend die Glücksgefühle derjenigen sind, die dort angenommen werden, erlebe ich dabei in jedem Jahr neu.

Ist die Mappe mit künstlerischen Arbeiten für gut befunden und sind dann auch noch praktische und mündliche Prüfung bestanden, dann  – ja dann öffnet sich den jungen Studierenden eine ganz neue Welt künstlerischer Erfahrungen. Einblicke in diese Welt gibt alljährlich der sogenannte Rundgang, auf dem die Studierenden ihre Arbeiten präsentieren – normalerweise in den vielen Ateliers der Akademie – in diesem Jahr erstmals Online.

Was es für die jungen Künstler*Innen und Gestalter*Innen bedeutet hat, während des Lockdowns nicht in ihren Ateliers arbeiten zu dürfen und ihre Professor*Innen und Kommiliton*Innen nur online zu treffen – das können wir nur erahnen. Trotzdem wurde auch in diesem Jahr fieberhaft gearbeitet und Großartiges geschaffen. Deshalb:

Gehen Sie auf eine Reise durch junge Kunst. Besuchen Sie den Rundgang der ABK 2020.

https://rundgang.abk.live

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Weitere Neuveröffentlichungen/Lesung

Meine Story „Der Hund“ erscheint im Herbst im Literaturmagazin außer.dem

„die münchner literaturzeitschrift außer.dem ist an zeitgenössischen modernen texten interessiert, die über die üblichen klassischen muster hinausreichen und an markanten stellen das gängige schema von lyrik und prosa verlassen. außer.dem veröffentlicht auch texte, die sich außerhalb des eingeführten literaturbetriebes sehen; texte, die der üblichen lyrik und prosa überraschende und innovative textalternativen gegenüberstellen.“

Der Hund (Auszug)

Hatte eingekauft, heut früh, wollt danach zum Strand, konnte dann nicht. War´s gewohnt, dem Hund zuzusehen. Steine, überall kollernde Steine, die haben dem Hund Spaß gemacht, er hetzte los, suchte einen aus, brachte ihn im Maul, warf ihn mir vor die Füße, guckte so, hechelte, brachte mich zum Lachen, guckte dann immer wie Damian. Der wollte auch immer getätschelt werden, der Streuner, auch wenn der irgendwann gar nix mehr mitbrachte, keine Walfischknochen, nicht mal Steine.

Bin dann also zum Palace Pier, stattdessen, ging so rum, zwischen den Imbissbuden und Fahrgeschäften, guckte den Leuten zu, weiß, kaffeebraun, schwarz, Eltern und Kinder, schwule Pärchen, Teenager, die knutschen. Brighton ist so, im Sommer, überall flattrige junge Dinger, frisch aus dem Kokon, Sprachstudentinnen, sowasalles, überallher, bloß weil sie in ein Loch gefallen sind, glauben die, sie sind in der Wunderwelt. Aber es ist die Stadt, die alte Schlampe, merkst nicht, dass du schon in ihrem Schlund steckst und verschluckt wirst, spurlos, einfach weg.

Lange her, das Lagerhaus, der Hafen, die Möwen und Damian, lange her. Die Holzstiege, weiter, immer weiter ging´s rauf, außer Atem, bis in den Himmel, oben der Dachboden, der Gasofen, fauchte die ganze Nacht, das Ungeheuer. Und Haufen, Türme aus Gerümpel, Damians Kram, er verkaufte manchmal was, wenn wir Geld brauchten. Hörten das Krallenscharren, Poltern, wenn die Hafenratten nachts rumkletterten, riesige Biester waren das, hat uns aber nix ausgemacht, haben uns nur fester umarmt, so war das.

Meine Story „Der Waldrapp“ erscheint demnächst in der neuen Berliner Literaturzeitschrift GYM  – http://gym-magazin.de/erste-ausgabe

Das Konzept von Gym: Texte, die zu viel Gewicht draufpacken und unaufgewärmt reißen. Erzählungen, die die Wirklichkeit anheben, um zu sehen, was dahinter liegt, sie verbiegen, erweitern. Lyrik, die will, dass man hinter ihrem Rücken über sie spricht. Figuren, die im Maschinenraum des Luxusliners Literatur schwere Hebel in Bewegung setzen.

Der Waldrapp (Auszug) https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/35/Waldrapp_01.jpg

„Ich würd´ ja gern fortgehen. Aber ich kann einfach nicht, weißt du.“

„Leute machen sowas jeden Tag.“

„Bleibst du denn noch lang?“ Sie deutet zum Block hinüber.

„Wieso?“

„Die da drüben bleiben nie lang. Ist so.“

„Ich gehe erst, wenn ich fertig bin.“

„Mit was musst du denn fertig werden?“

Da erzähle ich ihr von Elena, obwohl ich das gar nicht beabsichtigt habe. Am Ende berichte ich ihr sogar von meiner Arbeit, den Ergebnissen der Berechnungen und von meinen Schlussfolgerungen. Ich rede eine Menge und sie hört einfach zu. „Noch ein paar Jahre, dann ist alles aus dem Ruder gelaufen. Und niemand unternimmt ernsthaft etwas dagegen. Das macht mich fertig, ehrlich.“

„Kein Wunder“, sagt sie und schenkt mir noch einen Schnaps ein. Ich stürze ihn hinunter.

„Ich hab einen Waldrapp aus deiner Scheune kommen sehen. Neulich Nacht, im Traum.“ Ich beschreibe ihr das fettigschwarze Gefieder mit dem grünen Schmeißfliegenschillern, den faltigen roten Schädel, die langen Schopffedern, den Stocherschnabel.

Maries großer Kopf lehnt am Treppengeländer. Erst denke ich, sie sei eingeschlafen, aber dann sagt sie:

„Du hast den Nachtkrab gesehen. Das war der Nachtkrab.“

„Nein, Waldrapp, nicht Nachtkrab.“

Sie schüttelt den Kopf als versuche sie, einen lästigen Gedanken loszuwerden.

„Du bist nicht brav gewesen.“

„Brav?“

„Er kommt uns holen, wenn wir nicht tun, was man uns sagt.“

„Wer?“

„Du warst wieder nicht brav, hat sie gesagt, jetzt kommt er dich holen, hat sie gesagt und den Riegel vom Kohlenkeller zugeschoben. Im Finstern drin, auf einmal, da hab ich ihn gesehen, wie er sich über mich beugt. Schnipp, schnapp, so hat der gemacht mit seinem Schnabel. Wie mit einer langen Schere.“

Sie verstummt und dreht das Gesicht weg. Ich sage nichts, mir fällt nichts ein.

Nach einer Weile lege ich ihr vorsichtig den Arm um die Schultern.

Es wird schon hell. In einem der Apfelbäume beginnt eine Amsel zu singen.

Zur Lesung dieses Textes bin ich am 8.10.2020 auf die „Lesebühne Text Genuß & Schnaps“  in Hannover  eingeladen. Die Lesebühne Text Genuß & Schnaps + Vorträge wurde im Herbst 2018 von Jan Fischer und Gila Hofmann gegründet, für alle, die jenseits von Poetry Slam und Wasserglaslesungen für etablierte Autor*innen eine Bühne für Literatur vermissen.

„Literatur jenseits der Duldungsstarre, Vorträge jenseits muffiger Vorlesungen, Räusche auf unerforschtem Gebiet.“

Zur Lesebühne geht es HIER

Kursangebote im Frühjahr 2017 – VHS Inzigkofen, VHS Reutlingen

„Glück riecht nach frisch gefallenem Schnee“
Schreiben mit allen Sinnen

In diesem Kurs schreiben wir Geschichten und Szenen, die man nicht nur lesen und sehen, sondern auch hören, riechen, schmecken und fühlen kann. Die Räume des alten Klosters und die großartige landschaftliche Umgebung bieten uns gerade in dieser als karg empfundenen Jahreszeit ganz besondere Perspektiven und schärfen den Blick für häufig übersehene Details und für das literarisch und atmosphärisch Außergewöhnliche. Von Streifzügen mitgebrachte Fotos, Notizen, Tagträume und Gedankenblitze liefern die Keime für persönliche, wunderbare oder auch herrlich absurde Figuren und Geschichten.

Ausgesuchte Materialien, Gerüche und Musik dienen als weitere Experimentierfelder und Schreibanregungen. Dabei beschäftigen wir uns auch näher mit der sogenannten Synästhesie, also der Fähigkeit, die Wahrnehmung verschiedener Sinne (literarisch) zu koppeln – so lassen wir beispielsweise Töne schmecken und Farben duften.

Die Texte werden sowohl individuell betreut als auch in der Gruppe besprochen – ganz nach Wunsch der einzelnen Teilnehmer. Jeder soll am Ende des Seminars mit einer kleinen Sammlung intensiver Texte nach Hause gehen. Ziel ist es, die literarische Fähigkeit zu entwickeln, schwer Beschreibbares für den Leser sinnlich erfahrbar zu machen und die eigenen Texte lebendig und „hautnah“ wirken zu lassen.

Voraussetzungen: Schreiberfahrung ist von Vorteil, jedoch keine Bedingung. Die Teilnehmer sollten bereit sein, sich offen und experimentierfreudig, aber auch fair und freundlich mit eigenen und fremden Texten auseinanderzusetzen und Neues zu wagen.

Leitung:   Dr. Anke Laufer, Kusterdingen-Mähringen

Beginn:    Montag, 13 Uhr
Ende:       Samstag, nach dem Frühstück

Kursnummer: 05020-17 | Kursbeginn: Mo 30.01.2017 | Kursende: 04.02.2017 | Kursort: Volkshochschule Inzigkofen im alten Kloster
(Volkshochschulheim Inzigkofen e. V.)
Parkweg 3 72514 Inzigkofen
Tel.: 07571/73980
Fax: 07571/739833

Kurs: 210,- €

Unterkunft und Verpflegung pro Person:
Doppelzimmer 220,- € / 280,- € (ohne/mit DuWC)
Einzelzimmer 245,- € / 305,- € (ohne/mit DuWC)

Zur Online-Anmeldung geht es HIER

Offene Türen in Greenway, Agatha Christies Haus bei Torquay, England foto: A.L., 2012
Offene Türen in Greenway, Agatha Christies Haus bei Torquay, England foto: A.L., 2012

Mein Projekt, meine Geschichte

Langfristige, projektbegleitende Schreibwerkstatt

Zeit und Raum zum regelmäßigen Schreiben. Viele wünschen sich so einen kreativen Zufluchtsort. Wer sich wünscht, auch langfristige Schreibprojekte (Roman, Erzählungsband) zu entwickeln und mit Anleitung und Begleitung voran zu treiben, ist hier genau richtig. Mit diesem Kurs schaffen wir uns einen festen Ort und die Muße für unsere Arbeit am eigenen Text. Ein Lektorat wichtiger Schlüsselszenen, Schreibimpulse sowie Einführungen in theoretische Schreibgrundlagen ergänzen das Programm.
Dr. Anke Laufer ist Trägerin mehrerer Literaturpreise. Mehr zur Autorin unter: ankelaufer.com
Der Kurs ist monatlich kündbar.

6 Termine, 25.03.2017 – 22.07.2017
Samstag, 14:00 – 18:00 Uhr

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Gartentorschule, Gartenstraße 20, 72764 Reutlingen, Raum: E06, EG,

193,00 € (5 Monatsraten à 38,60 €, monatlich kündbar)

 

Das Text- und Illustrationslabor

in den Faschingsferien
für Jugendliche, auch zur Mappenvorbereitung
Eine Story schreiben und dazu zeichnen, malen, fotografieren? Oder umgekehrt? Alles durchtesten und vielleicht sogar im Team? Na klar! Wir wechseln immer wieder zwischen Wort und Bild, setzen typografisch um, was zunächst als Bild gedacht war, bebildern fremde sowie eigene Texte/ Storys und schreiben ganz neue. Egal, ob beim ersten Ausprobieren oder als Studienvorbereitung: ihr werdet bei euren eigenen Vorhaben intensiv von beiden Kursleiterinnen unterstützt. Den Fortgeschrittenen bieten wir zur Mappenvorbereitung eine Abstimmung von gestalterischen und schriftlichen Inhalten an (Anschreiben/ Motivationsschreiben), was eure Bewerbung zu einer „runden Sache“ macht. Weitere Infos unter: http://ankelaufer.com. Die Ergebnisse werden online dokumentiert.

Eine Material-Liste erhälst Du nach der Anmeldung.

5 Vormittage, 27.02.2017 – 03.03.2017
Montag, 27.02.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Dienstag, 28.02.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Mittwoch, 01.03.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Donnerstag, 02.03.2017, 09:00 – 12:15 Uhr
Freitag, 03.03.2017, 09:00 – 12:15 Uhr

Dr. Anke Laufer
Livia Scholz-Breznay

Ju1900

Spitalhof, Fachwerkgebäude, Metzgerstraße 40, 72764 Reutlingen, Raum: 101, Malen, 1. OG,

356,70 €

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Die Bewerbung für kreative Studiengänge: Selbstbild, Selbstdarstellung und Marketing in eigener Sache

Spätestens im Rahmen von Motivationsschreiben und Gesprächen im Rahmen der Eingangsprüfungen wird großer Wert darauf gelegt, dass der Bewerber seine Motivation – ja seine Leidenschaft – für den gewählten Studiengang klar und überzeugend formulieren kann. Viele Bewerber fühlen sich aber genau in diesem Punkt unsicher und angreifbar. Fragen wie „Wo sehen Sie Ihre Stärken? „oder“Warum wollen Sie ausgerechnet zu uns?“ sind in Bewerbungssituationen nicht ungewöhnlich. Im gestalterischen Umfeld kommt erschwerend hinzu, dass man sich als kreative Persönlichkeit „verkaufen“ muss. Auch sollte man vermitteln, dass man fest entschlossen ist, diesen Berufsweg einzuschlagen, weil es genau der richtige ist – trotz der Warnungen angesichts vieler Unwägbarkeiten, die sich jungen Künstlern entgegenstellen. Wir arbeiten daran, sich über die eigene Ausgangssituation und Motivation klar zu werden und damit eine klare und positive Selbstdarstellung zu erreichen.

4 Vormittage, 10.04.2017 – 13.04.2017
Montag, 10.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr
Dienstag, 11.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr
Mittwoch, 12.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr
Donnerstag, 13.04.2017, 09:30 – 12:30 Uhr

Dr. Anke Laufer
Livia Scholz-Breznay

Bi0016

Spitalhof, Fachwerkgebäude, Metzgerstraße 40, 72764 Reutlingen, Raum: 101, Malen, 1. OG,

266,00 €

 

Freies Schreiben für Jugendliche und junge Erwachsene

No Limits!

In diesem Kurs gehören Laptop und Stift euch ganz allein. Keine Erörterungen, keine Interpretationen fremder Texte, kein Fehleranstreichen, keine Vorschriften. Hier geht es um eure Ideen und eure Vorstellungskraft. Wir schreiben Neues und holen alte Sachen aus der Schublade, um sie aufzupolieren. Dabei bekommt ihr nicht nur Tipps von einer Autorin, sondern auch noch den Austausch mit anderen Leuten, die das Schreiben genauso interessiert.
Dr. Anke Laufer ist Trägerin mehrerer Literaturpreise. Mehr zur Autorin unter: ankelaufer.com
Bitte mitbringen: Schreibmaterial, evtl. Laptop, Ideen oder angefangene Texte/Geschichten

3 Termine, 27.07.2017 – 29.07.2017
Donnerstag, 27.07.2017, 15:00 – 18:00 Uhr
Freitag, 28.07.2017, 15:00 – 18:00 Uhr
Samstag, 29.07.2017, 15:00 – 18:00 Uhr

Dr. Anke Laufer

Ju1903

Gartentorschule, Gartenstraße 20, 72764 Reutlingen, Raum: E06, EG

26,70 €

 

 

Nachtprotokolle

Neuerscheinung im Blitz-Verlag!k800_p1130358-2

Ein Fotograf, der eine grauenhafte Entdeckung macht. Ein Optiker, der sich aus Liebe ganz Ozeanien auf die Brust tätowieren lässt. Ein afrikanischer Warlord, der in einem Koffer endet. Eine alte Dame, die ihre Zwillingsschwester tötet. Ein selbsternannter Superheld, der den Penis eines Pottwals entführt. Wir treffen sie in Hochhaussiedlungen, in Hotelzimmern, in Imbissbuden und auf unwirtlichen Inseln – Verfolgte und Mörder, Eigensinnige und Phantasten.

Poetisch, beunruhigend, spannend: Die mehrfach ausgezeichneten Erzählungen dieses Buches leben von einer pulsierenden Unterströmung, die dem Leser immer wieder den Boden unter den Füßen wegreißt. „Die ausgereifte Sprache und Symbolik (…) orientiert sich an Edgar Allan Poe und Oscar Wilde und baut eine ähnlich dunkle Romantik der Atmosphäre auf.“ (Die Mörderischen Schwestern, 2014)

Erschienen als exklusive Sammleredition in der Reihe Phantastische Storys, bestellbar über den Verlag HIER

oder direkt bei mir per Email unter laufer_anke@hotmail.com

Darüber hinaus ist das Buch als e-book erschienen und als Download erhältlich bei allen großen Onlineportalen.

Singende Horizonte: Ein Schreibzimmer in Wales

Wales Millenium Centre, Cardiff: In These Stones Horizons Sing Foto: A.L., 2012
Wales Millenium Centre, Cardiff: In These Stones Horizons Sing Foto: A.L., 2012

 

Zusage! Rwyf mor – Ich freue mich so  – (man muss dem Online-Übersetzer auch mal vertrauen können 😉

Nun geht es im Juni für mich zum Schreiben ins landschaftlich atemberaubende Nordwales, mitten in den Snowdonia National Park, genauer gesagt nach Corris in der Nähe von Machynlleth.

Das Stiwdio Maelor  ist eine vom Arts Council von Wales finanzierte Künstlerkolonie. Bildende Künstler und Autoren aus aller Welt können sich dort für einen Arbeitsaufenthalt von einer bis hin zu acht Wochen bewerben. Es geht dem Projekt darum, den Künstlern Ateliers und Zeit zur Verfügung zu stellen, um ihre Arbeit ungestört voranzutreiben.  Ablenkungen gibt es offiziell keine – kein Internet, kein Fernseher jedenfalls – obwohl die Gesellschaft netter Kollegen, die Neugier auf deren Arbeit und die wunderschöne Umgebung wohl auch als solche gelten können.

Ich bedanke mich bei Veronica Calarco, der Koordinatorin von Stiwdio Maelor, der Auswahljury und dem Arts Council von Wales für die Unterstützung meiner Arbeit.

https://stiwdiomaelor.wordpress.com/

Hafan / Home

„Self-made-Superman“ in der Endauswahl beim 20. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb

Meine Geschichte „Self-made-Superman“ ist unter den 23 für die Endauswahl vorgesehenen Texten beim Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2015. Nach Angaben der Veranstalter wurden in diesem Jahr über 1000 Beiträge eingereicht.

Die Jury besteht aus Micha Schachner (Lektorin Droemer-Knaur), Annette Walter (Lektorin Deutsche Verlags-Anstalt), Prof. Kathrin Bleuler (Universität Salzburg), Dr. Uwe Kullnick (Freier Deutscher Autorenverband) und Heike Hauf (freie Lektorin). Die Jury wird bis Anfang November vier der Geschichten für eine Lesung aus, die am 21. November in München stattfindet. Unter: http://www.zuendeln.de/?page_id=1937) kann man sich einen Platz an einem der Tische sichern. Jeder Text wird erst musikalisch (live) eingeführt, dann von Schauspielern gelesen, schließlich von einem Koch in einem Menügang interpretiert. Es wird also vier solcher Gänge geben. Das Publikum wählt zum Schluss den Sieger, der das Preisgeld (1000 Euro) und ein verlängertes Wochenendstipendium in einem von den Veranstaltern noch nicht bekannt gegebenen  Elfenbeinturm gewinnt, sowie (Zitat) „auflagenstark veröffentlicht“ wird. Zusätzlich vergibt der Freie Deutsche Autorenverband Bayern (FDA, www.fda-lv-bayern.de) den Jurypreis (250 Euro). Die Autoren der Siegerrunde werden zur Autorenlesung und zum Lesungsabend nach München eingeladen.

Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass ich unter den Preisträgern bin – die Auswahl von 23 aus über tausend Texten verspricht eine überaus harte Konkurrenz und mein Superman ist (das muss ich zugeben) ein durchaus zwiespältiger Charakter, mit dem man sich nicht so recht identifizieren mag. Zudem werden im Verlauf der Geschichte durchaus unappetitliche Dinge erzählt, die mit einem gestrandeten Pottwal und dessen Penis zu tun haben. Hier nur so viel:

„Ist nur so eine Macke von mir. Ich habe noch nie jemanden gerettet. Vor dem Tod oder so. Würde ich gerne, es hat sich nur noch nichts ergeben.“

„Hört sich an, als hätten Sie jede Menge Zeit.“

„Ich hab eine Spendenhotline und eine Mitgliedschaft.“ Er schob eine blaurote Visitenkarte über den Tisch. Fünf Pfund für Superman, las ich, dahinter eine Telefon- und eine Kontonummer.

„Er lebt davon, dass er ein netter Kerl ist“, sagte Fred, während er sich die Hände wusch.

„Neuartiges Geschäftskonzept. Es reicht gerade so, damit ich über die Runden komme. Die Arbeit macht nicht reich, aber dafür zufrieden. Die meiste Zeit, wenigstens.“ Jetzt schwieg er. Endlich.

a.l., 2009
a.l., 2009

„Die Irritation“ – Der Film

Nach der Titelstory meines Erzählungsbandes entsteht zur Zeit ein Film. Ich bedanke mich herzlich bei dem jungen Team um Johannes Pfau vom Bayerischen Rundfunk, das mich meine Geschichte mit ganz neuen Augen sehen lässt.

Darsteller sind: Beate Kellmann, Hannah Baus, Fabian Bäcker, Dieter Rupp, Sebastian Dorn, Maske: Tamara Buschendorf, Ton: Fabian Stoffers, Aufnahmeleitung, Transport: Ramona Kisiela, Licht, Bühne, Fotografie: Konstantin Höhne und Lena Eser. Drehbuch, Regie, Kamera, Produktion & Schnitt: Johannes Pfau

Meine Geschichte wurde ans Ufer der Isar verlegt, wo ich an einem kühlen Junitag bei den Dreharbeiten zu Gast sein durfte.

Fotos: © Konstantin Höhne, Elodie Cruz, Anke Laufer

http://www.konstantinhoehne.dehttp://www.konstantinhoehne.de

„An einem Morgen im späten Juni 2010 fiel eine junge Frau von der Fähre Pride of Canterbury in den Ärmelkanal.“

http://www.konstantinhoehne.de

„Die Passagierlisten sind überprüft worden, die Polizei befragt seit zwei Tagen Personal und Mitreisende, die sich im Warteraum drängen. Trotzdem konnten die Personalien der jungen Frau nicht festgestellt werden.“

„Sie stand lange reglos am Geländer und sah zu, wie sich die Konturen der englischen Küste allmählich auflösten, um schließlich ihren Blick auf das Wasser zu senken.“K1024_P1070719„Sie war schön, wirkte jedoch ausgezehrt, als läge eine große Anstrengung hinter ihr. Gleichzeitig flackerte ihr langes, hellblondes Haar im Wind wie ein Leuchtfeuer und zog die Aufmerksamkeit der umstehenden Männer auf sich.“ Weiterlesen „„Die Irritation“ – Der Film“

Das Text- und Illustrationslabor 1-2015

Ein Gemeinschaftsprojekt der Künstlerin Livia Scholz-Breznay und mir geht in ein weiteres Jahr:  Im Rahmen des ersten Text- und Illustrationslabors 2015 bereiteten sich im Rahmen des Vorstudiums der DEKART junge Erwachsene auf ihre Eignungsprüfungen für Studien- und Ausbildungsgänge im kreativ-gestalterischen Bereich vor. Neben der Entwicklung geeigneter Mappenbeiträge wurden die persönlichen Biografien und wichtige Impulse für die eigenen künstlerischen Motivationen erforscht und im Zusammenhang mit dem angestrebten Studiengang bildnerisch (siehe Beispiele unten) und in Textform (Motivationsschreiben, Bewerbungsschreiben) umgesetzt.  Das Spiel und die Reflektion zwischen Wort, Storytelling und Bild führten dabei auch dieses Mal zu interessanten Ergebnissen. ÜBRIGENS: Das Text- und Illustrationslabor steht neben angehenden Studenten allen anderen Interessierten zwischen 13 und 99 offen. Persönliche Vorlieben und Schwerpunkte zwischen Schreiben und Gestalten finden dabei individuelle Berücksichtigung. Das Seminar findet mindestens einmal jährlich in den Fastnachtsferien bzw. Herbstferien statt. Anmelden kann man sich bei der VHS Reutlingen.

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P1060896 Weiterlesen „Das Text- und Illustrationslabor 1-2015“

Begegnung mit mörderischen Schwestern

Die ganze Unternehmung stand unter keinem guten Stern. Zwar schien erst alles geregelt, dann streikten die Lokführer. Ich hatte mir ausgemalt,  im Zug zu schreiben. Schreiben würde ich, den ganzen Weg, hin und zurück, vorbei an Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt undsoweiterundsofort. Manch einer soll  ja schon längere Erzählungen, vielleicht sogar einen Kurzroman, auf einer einzigen Zugfahrt fertiggestellt haben, redete ich mir ein.

Aber dann kam es doch ganz anders und ich musste mich hinters Steuer setzen.

Um die Sache interessant zu gestalten, hätte wenigstens das zu einem Abenteuer mit widerwärtigem Wetter und Staus von zwanzig Kilometer Länge führen müssen.  Aber nein, dramaturgisch gesehen war auch das ein totaler Reinfall: Um halb sechs losgefahren brach keine einzige der von den Medienpropheten angesagten Katastrophen auf Deutschlands Straßen über mich herein. Ganz im Gegenteil: Gegen halb neun brach die Sonne aus dem Nebel und ich hielt ein kleines Schläfchen auf einer Raststätte im Siegerland.

Ich sollte die mörderischen Schwestern in einem Hotel in Unna treffen, wo ihre diesjährige Hauptversammlung stattfand. Nun hatte ich selbstverständlich ein Hotel vor Augen, das dieser Vereinigung eine angemessene Kulisse bieten würde. Muffige Gerüche, Spinnweben. Solcher Kram. Zufall oder nicht: Genau so ein Hotel ist Teil einer der Geschichten, für die mir die mörderischen Schwestern in diesem Sommer ihr erstes Arbeitsstipendium zugesprochen hatten (der Anlass für diese Reise, nur ganz nebenbei bemerkt):

„Sehen Sie, mein verehrter imaginärer Leser, als Schriftsteller bemüht man sich im Leben wie im Schreiben vorzugsweise um einen gleichförmigen Takt, eine Symmetrie des Denkens und der Routine. Es ist nicht weiter wichtig, ob einschneidende oder gar verstörende Ereignisse die Taktschläge bilden, wichtig allein sind Gleichmäßigkeit und angemessene Pausen, die man mit Schreiben füllt. Dieses sehr altmodische Hotel scheint mir dafür außerordentlich gut geeignet. Verwinkelte, mit Rosentapeten ausstaffierte Zimmer, Flure, auf denen der Teppichboden von unzähligen Schritten fadenscheinig geworden ist, gemeinschaftliche Toiletten und Bäder auf jedem Stockwerk.“ Weiterlesen „Begegnung mit mörderischen Schwestern“

Nanowrimo, der ganz normale Schreibwahnsinn…

Es ist wieder so weit. Heute war unser erstes Treffen bei Unterwegs e.V. in der Wilhelmstraße 3 in Tübingen, wo wir uns während des Monats wohl regelmäßig Samstags um 11 einfinden werden. Danke an Beth und alle Mitarbeiter von Unterwegs für Kaffee, Pancakes und Gastfreundschaft!

Wie Kinder auf Halloween freuen sich Kreative und Fantasten, denen der Alltag zu wenig Spielraum lässt, alle Vielschreiber mit ausgeprägtem sportlichen Ehrgeiz und die vielen ausgepowerten Berufsschreiber, die eine Pause von Ernsthaftigkeit und hartem Überarbeiten brauchen, auf das alljährliche Novemberschreiben, den National Novel Writing Month. In einem Monat einen kleinen (wenn auch unvollkommenen) Roman von 50 000 Wörtern zustande zu bringen ist eine Herausforderung, die immer mit viel Spaß und Anstrengung verbunden ist – eine Gesundheitskur für Fantasie und Hirn. Alles da drin wird beim ungebremsten und unzensierten Schreiben gründlich durchgeklopft, -gespült und -gelüftet. Im Dezember fühlen sich dann alle Teilnehmer zugleich erschöpft, entspannt und glücklich. Mehr zum Nanowrimo unter http://nanowrimo.org/

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