„Die Irritation“ – Neuerscheinung im Mai 2012

Ein Ingenieur, der in einem leeren Fabrikgebäude haust
und dem Geist eines toten Kollegen begegnet.
Eine Frau, die ihr jüngeres Selbst von Bord einer
Kanalfähre wirft. Ein Wissenschaftler, dem
ein ausgestorbener Vogel erscheint.
Ein Handlungsreisender, der an sein dunkelstes
Geheimnis erinnert wird. Ein junger Mann, der auf einem
stillgelegten Spielplatz ein kleines Mädchen beobachtet…

Anke Laufers 21 Stories – jede für sich ein kleines Universum – handeln von Liebe, Tod und dem Einbruch des Unergründlichen und Verstörenden in den Alltag. Atmosphärisch dicht und ungeheuer spannend sind diese Geschichten, ob sie den Leser in ein englisches Seebad entführen, in ein süddeutsches Dorf, in die Straßen von Madrid oder in eine fiktive südamerikanische Großstadt, ob sie aus der scheinbar wohlvertrauten Gegenwart berichten oder uns die gar nicht so weit entfernte, deshalb aber umso unheimlicher erscheinende Zukunft vor Augen führen.
Aus der klaren und präzisen Sprache dieser Autorin schlägt kaltes Feuer: Ihre Stories sind voller Abgründe, Unterströmungen und Andeutungen, die weit über das tatsächlich Erzählte hinausweisen. Vielleicht wahren sie ja gerade deshalb am Ende ihr Geheimnis, das im Leser mit Sicherheit lange nachklingen wird.

„Es gelingt Anke Laufer auf wenigen Seite den Schuldzusammenhang alles Lebendigen vor uns erstehen zu lassen und eine Welt zu gestalten, die wir sehen und hören, riechen und schmecken können, in der kein Wort zuviel ist und ein jegliches am richtigen Ort.“    Manfred Papst, Ressortleiter Kultur, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag.

Der  Band enthält u.a. die in den vergangenen fünf Jahren mit Preisen bedachten Kurzgeschichten und Erzählungen, wie zum Beispiel „Am Klippenrand“ (Würth-Literaturpreis 2011), Schallmeyers Klarsicht (Irseer Pegasus, 2010 und Nordhessischer Autorenpreis 2009), Chinakladden (Schwäbischer Literaturpreis 2009, Literaturpreis Buchmesse im Ried 2010) sowie „Der Papiervater“ (Schwäbischer Literaturpreis 2007)

worthandel : verlag  – Dresden. Klappenbroschur. Umschlaggestaltung nach einem Entwurf der Autorin unter Verwendung einer Arbeit des Street-Art-Künstlers STINKFISH, www.stink.tk, http://www.flickr.com/photos/stinkfishate/6996596770/   Bogotá, Kolumbien.

Herausgegeben von Keydel, Enrico
Verlag : worthandel
ISBN : 978-3-935259-30-9
Einband : Paperback
Preisinfo : 16,90 Eur[D] / 17,40 Eur[A]

Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang : ca. 298 S. – 21,0 x 13,0 cm
Produktform : B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum : 1. Aufl. 12.05.2012
Gewicht : 384 g
http://www.worthandel.de/irritation


Stelldichein der Schemen

a.l.,2010

“Wer ist Gruber?” fragt Nelly, als sie am nächsten Tag den Rollstuhl mit der alten Frau  vor sich her in den Wintergarten schiebt. Keine Antwort. Sie stellt den Rollstuhl an Ednas Lieblingsplatz und zieht für sich selbst einen der Korbstühle heran.

“Wer also ist Gruber?” fragt sie noch einmal.

Edna starrt durch sie hindurch. Nelly fragt sich einmal mehr, ob sie ihre Frage nicht verstanden hat oder nicht hören will.

“Da ist ein Dachreiter auf dem Haus”, sagt Edna plötzlich, “Ein Indianer. Er zielt mit Pfeil und Bogen auf das Meer hinaus.”

“Auf dem Dach des Hauses mit dem Namen Laterna Magica?”

Edna nickt. “Mein Bruder nennt ihn Winnetou.”

“Das Haus lag also am Meer?”

“Oh – ja, natürlich!” Edna hat etwas Wesentliches wiedergefunden. “Immer habe ich Sand zwischen den Zehen. Es sind unsere Ferien. Neunzehnhunderteinundzwanzig.”

“Und Gruber?”

Edna schlägt mit der flachen Hand auf die Armlehne des Rollstuhls. “Er lässt mich nicht in Ruhe”, sagt sie. “Er kann einfach keine Ruhe geben. So wie die Zwillinge. Genau wie die Zwillinge.”

“Waren die Zwillinge auch dort, in diesem Haus?”

Edna kneift die Augen zusammen.

“Die Zwillinge sitzen im Speisesaal am Nebentisch. Sie schmatzen. Sie furzen sogar. Ich habe mich beschwert.”

Edna isst jetzt allein zu Mittag, weil sie das so will. Ein Plastiktablett liegt vor ihr auf dem Tisch, darauf unterschiedlich geformte Schälchen. Das Plastikförmchen mit dem Fischfilet ist groß und rechteckig, das mit dem Brokkoli-Möhren-Gemüse klein und rund, das mit dem Reis quadratisch.

“Alles hübsch angerichtet”, bemerkt Nelly, aber Edna wirft dem Tablett einen abschätzigen Blick zu, greift dann nach dem nierenförmigen Puddingschälchen und dem Dessertlöffel. Der Pudding ist rosa und gelb, Erdbeere und Vanille. Edna isst langsam. Ihre Hand zittert. Vanillepudding bleibt ihr im Mundwinkel hängen. Nelly wendet den Blick ab, steht auf und sagt, sie werde sich einen Kaffee holen. Edna antwortet nicht.

Draußen, auf dem Flur, riecht es schwach nach Urin, Pfefferminzpastillen und Allesreiniger. Nelly lässt sich den Weg zum Kaffeeautomaten erklären, verläuft sich aber anschließend doch, weil jeder der Flure wie der andere aussieht. Schließlich findet sie den Automaten in einem dämmrigen Nebenraum, wo auch eine Voliere untergebracht ist. Kanarienvögel fliegen umher, picken Körner auf, wetzen die Schnäbel an den Sitzstangen. Zwei alte  Frauen, einander verblüffend ähnlich, sitzen dicht vor dem Gitter. Ein einzelner Vogel beginnt zu singen.

“Das ist Caruso. Dort oben, auf dem Ast, beim Pickstein.”

“Nein, du irrst dich. Das ist Pavarotti.”

“Unsinn! Ich werde doch unseren Caruso erkennen.”

“Ich sage dir, das ist nicht Caruso. Carusos Gesang ist viel eleganter.”

Die gleichen, dunkelblauen Strickkleider, derselbe Lippenstift, zwei karmesinrote Münder in den schlaffen, weißen Gesichtern. Das also sind sie, die Zwillinge, denkt Nelly.

“Guten Tag, meine Liebe”, sagt eine der beiden.

“Sie sind es also”, sagt die andere. “Die Schriftstellerin.”

Nelly nickt.

“Hat sie es Ihnen schon gesagt?”

“Was denn?”

“Wann Sie an der Reihe sind.”

“An der Reihe?”

“Man sagt, sie weiß, wer von uns als nächstes an der Reihe ist”, sagt eine der beiden.

“Oh, ja, das weiß sie, ganz gewiss”, fügt die andere eifrig hinzu, “Sie kennt sich aus mit den Toten.”a.l., 2009

Aus: Stelldichein der Schemen. Erzählung. Erscheint Ende April 2012 in: Anke Laufer: „Die Irritation“ worthandel : verlag, Dresden. Bereits vorbestellbar!

Treffen der Autorinnen- vereinigung Dreiländereck

Ideenschmiede, Austausch, Gespräche, gegenseitige Unterstützung und Nägel-mit-Köpfen-machen:

Am 10. und 11. März 2012 trafen sich die in der Autorinnenvereinigung Dreiländereck organisierten schreibenden Frauen in Kirchzarten bei Freiburg.  Neben Autorinnen aus dem Süddeutschen und der deutschsprachigen Schweiz konnten wir zu diesem Termin erstmals Autorinnen aus dem Elsass begrüßen, die unser Sprachspektrum um Elsässisch und Jiddisch bereicherten. Es war wieder eine tolle Runde, Mädels, bei mir sind alle Batterien aufgeladen und ich hoffe, euch allen geht es ähnlich!

Für alle Interessierten: http://www.autorinnenvereinigung.de/

http://www.forum.autorinnenvereinigung.de

Der direkte Kontakt zur Autorinnenvereinigung Dreiländereck lässt sich über Bille Haag  – bille.haag@gmx.de  – oder Michèle Minelli –   info@mminelli.ch – herstellen. Dort bekommen Interessierte erste Infos und können unseren Newsletter abonnieren.

Die Chronistin von Chateauroux

„…Wir hatten nun fast drei Wochen auf den Rücken unserer Pferde verbracht. Seit siebzehn Tagen ritten wir durch die lichten Wälder des Hochplateaus, dem das Küstenland seinen Quellenreichtum und seine Fruchtbarkeit verdankt. Ich erinnere mich genau daran, wie tief mich die Schönheit jener Landschaft beeindruckte. Zwischen den hochstämmigen Palmen wucherten neben mannigfachem Unterholz riesenhafte Farnkräuter und breitblätterige Helikonien, während von den Wipfeln buntblumige Lianen in malerischem Gewirr herabhingen. Ich musste während der Reise immer wieder an die Klimachroniken denken. Vor kaum hundert Jahren war hier oben noch Schnee gefallen und der dichte schwarze Pelz des Nadelwaldes hatte die Bergrücken bedeckt. 

Mein Name ist Moira Mongulu. Ich reiste im Jahre 2121 nach Chateauroux als Beauftragte für die Wiederbelebung vergessener Güter. Ich kam im Namen des zentralen Revolutionsrates. Meine Begleiter waren Leutnant Asper und eine zwanzigköpfige Truppe von Soldaten, frischgebackene Absolventen der Schule der institutionalisierten Spontaneität…“

Aus: „Die Chronistin von Chateauroux“   nachzulesen in:

Anke Laufer: Die Irritation. Erzählungen. worthandel : verlag, Dresden.

Erscheinungstermin April 2012

(bereits vorbestellbar)

Portal URB-AL III: el intercambio literario entre Stuttgart y Bogotá

Las ciudades de Stuttgart y Bogotá establecen un intercambio literario para compartir experiencias y reflexiones sobre desarrollo urbano sostenible

Portal URB-AL III

URB-AL es un programa de cooperación regional de la Comisión Europea con América Latina cuyo objetivo es contribuir a incrementar el grado de cohesión social y territorial en el seno de las colectividades subnacionales y regionales de América Latina. El objetivo específico del programa es consolidar o promover procesos y políticas públicas de cohesión social que puedan convertirse en modelos de referencia capaces de generar debates e indicar posibles soluciones a los gobiernos subnacionales de América Latina que deseen impulsar dinámicas de cohesión social.

URB-AL is a European Commission regional cooperation programme with Latin America, whose goal is to contribute to increasing social and territorial cohesion among sub-national and regional groups in Latin America.The specific aim of the programme is to consolidate or promote social cohesion processes and policies that can become models that generate debate and indicate possible solutions for sub-national governments of Latin America that wish to stimulate social cohesion dynamics.

a.l., 2011

Godzilla, Textkritik und falsche Freunde

Es ist so eine Sache mit Schreib- und Autorengruppen. Da sitzt ein Häufchen Schreibender zusammen, die sich über ihre Texte und Erfahrungen austauschen wollen. Hier eine deutliche Warnung für jeden, der sich einer solchen Gruppe anschließen will: Glaubt den Teilnehmern, aber vor allem euch selbst nicht, wenn ihr euch gegenseitig beteuert, dass es euch auf ehrliche Textkritik und schonungslose Offenheit ankommt. Nein, man kommt in die Gruppe, weil man in einem geschützten Raum Anerkennung und Lob ernten möchte. Das ist völlig verständlich. Saß man denn nicht wochen-, vielleicht monatelang über den Seiten, die man den anderen jetzt (mehr oder minder nervös) vorlegt?

Eine Freundin aus meiner Autorengruppe schrieb kürzlich über die leidvolle Erfahrung, einen gut durchgearbeiteten Text in die Gruppe zu tragen, die anschließend prompt „Konfetti daraus macht“. Wir haben sehr gelacht. Inzwischen können wir das. Inzwischen wissen wir, dass das eine zwar frustrierende, aber absolut notwendige Erfahrung ist. Wir vertrauen einander. Die Sache ist klar: Es gibt keinen Grund, etwas persönlich zu nehmen, obwohl unsere Texte das so ziemlich Persönlichste sind, was wir hervorbringen können. Selbst wenn sie sich thematisch um Dinge drehen, die mit unserem eigenen Leben wenig zu tun haben: Wir stecken eben bis zur Halskrause drin in dem, was wir schreiben. Auch eine Liebesgeschichte im alten Ägypten oder ein Actionthriller um Godzilla und intergalaktische Streitkräfte ist mit eigenem Herzblut geschrieben.

Sich der Kritik anderer auszusetzen erfordert viel mehr Mut, als wir glauben. Die (vielleicht unbewusste) Versuchung ist groß, Schreibseminare und -gruppen zu meiden, in denen die eigene Art zu schreiben nicht auf überschwängliche Zustimmung stößt. Aber ich bin davon überzeugt: Diesen Mut brauchen Autoren, die es ernst meinen mit dem Schreiben. So wie sie den Mut brauchen, sich Verlagsabsagen zu Dutzenden einzuhandeln und sich später anderen unbequemen Herausforderungen zu stellen, wie zum Beispiel öffentlichen Lesungen.

Denn was passiert wenn man beginnt, der unangenehmen Kritik eines Schreibwerkstättenleiters aus dem Weg zu gehen, in dem man einfach zu Hause bleibt? Was geschieht, wenn man die Anmerkungen der Kollegen aus der Autorengruppe als destruktiv abtut und ihren Ratschlägen keine Bedeutung zumisst? Ihr ahnt es schon: Man hört auf  zu lernen. Für einen Anfänger bedeutet dies, dass er scheitern muss. Für einen etablierten Autor heißt das: Stillstand. Aber was mindestens genauso traurig ist:  Man verliert die echten, weil ehrlichen Freunde. Schlimmer vielleicht noch: Wahrhaftigkeit hört auf, in der Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Texten eine Rolle zu spielen.

Möglicherweise schmerzt uns das gar nicht. Denn in diesem Moment stehen andere bereit und bieten uns einen mehr als angenehmen Ersatz:  Schreibwerkstättenleiter, die sich den Kreis ihrer Kundschaft erhalten oder ihn ausdehnen, indem sie jedem Teilnehmer genau die Dosis Kritik zumuten, die dessen Befindlichkeit entspricht und die angenommen werden kann, ohne dass sich derjenige einen Zentimeter weit von dem entfernen muss, was er bisher produziert hat. Autorenkreise, in denen keiner dem anderen je seine wahre Meinung mitteilen würde, und um die er auch übrigens gar nicht gebeten wird, weil man sich auf den Austausch gegenseitiger Gefälligkeiten konzentriert (verlinkst du deine Website, verlinke ich meine, bewirbst du mein Buch, bewerbe ich deins.)  Ihr braucht euch nicht groß anzustrengen. Sie werden euch ganz ungefragt mitteilen, dass alles genial ist, was ihr schreibt. Sie werden euch Auszeichnungen, Stipendien, einen renommierten Verlag und gute Verkaufszahlen versprechen. Ihr werdet glücklich sein.

Ein paar Tage lang.

Aber möglicherweise, ja höchstwahrscheinlich, ist da jenes kleine, hässliche Monster in einem der hintersten Winkel eurer Schriftstellerseele, das euch Zweifel einhaucht, die Wahrheit zuflüstert. Es sieht ein wenig aus wie Godzilla in eurer Geschichte, während es alles niedertrampelt. Ihr könnt das Biest nicht leiden, aber ihr kennt es gut und werdet es nicht los. Dieser Text ist schlecht, sagt Godzilla, und ganz und gar nicht das, was du schreiben wolltest. Im besten Fall gibt das Monster zu: Dieser Text ist ein roher Haufen aus vielversprechendem Material, aber du wirst noch viel daran arbeiten müssen.

Fang endlich an damit.

„Schreiben, einreichen, gewinnen?“ Ein Gespräch zum Würth-Literaturpreis


Wie arbeitet die Jury eines renommierten Literaturwettbewerbs? Welche Auswirkungen hat die Themenstellung auf die Qualität der eingereichten Texte? Welche kreativen Prozesse werden angesichts von festen Vorgaben (wie Thema, Umfang des Textes und Umfeld/Charakter eines Literaturpreises) eigentlich bei den Autoren in Gang gesetzt? Und was passiert, wenn es tatsächlich geklappt hat und der ersehnte Preis gewonnen wurde?

Diesen und anderen Fragen werden Hans-Ulrich Grunder und ich während eines Gesprächs nachgehen. Professor Grunder ist Erziehungswissenschaftler und langjähriges Mitglied der Jury  des Würth-Literaturpreises, ich selbst war Preisträgerin 2011.

Rosa ist das Grau der Optimisten
rosa ist das grau der optimisten

Der Würth Literaturpreis, 1996 ins Leben gerufen, wird seither am Ende jeder Tübinger Poetik-Dozentur ausgeschrieben. Das Thema stellt der/die jeweilige Poetikdozent/in in der letzten der Tübinger Vorlesungen.

In den letzten Jahren waren unter den Poetik-Dozenten Daniel Kehlmann, Ilija Trojanow, Jonathan Franzen, Susan Sontag und die Nobelpreisträger Herta Müller und Günter Grass.

Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Autorinnen und Autoren, die sich literarisch-produktiv mit dem gestellten Thema auseinandersetzen wollen. Für die Ausschreibung 2010/2011 wählte die Poetikdozentin Juli Zeh das Thema ‚Rosa ist das Grau der Optimisten.‘ Mein Text „Am Klippenrand“ gewann den ersten Preis,  nachdem ich es mit drei anderen Texten in den letzten Jahren bis in die Anthologie geschafft hatte. War das Glück, Hartnäckigkeit, Fleiß, Gespür?  Auch dazu kann sich das Publikum wohl am Ende des Abends eine Meinung bilden.

An diesem Abend werde ich auch meinen Erzählungsband „Die Irritation“ präsentieren, der unter anderem alle meine vier Würth-Texte enthält.

Austausch-Apero im Anschluss

Termin: Donnerstag, 10.Mai 2012

Eintritt frei

Anmeldung erwünscht

Forum Würth Arlesheim
Würth AG
Corporate Communications
Dornwydenweg 11
CH-4144 Arlesheim
T +41617059118
F +41617059122

forum@wuerth-ag.ch

www.wuerth-ag.ch


			

„Bogotá – ein vom Wind durchblättertes Buch“ Abschlussveranstaltung zum Literaturaustausch Stuttgart-Bogotá 2011

Lesung, Fotos und kolumbianischer Kaffee

„…Auf einmal habe ich wieder die etwas heisere Stimme des Zimmermädchens im Ohr, das an einem ruhigen Schreibnachmittag auf meiner Fensterbank sitzt, die Beine baumeln lässt und mir von dem als Kind gehüteten Schatz eines Comicheftes und dem daraus entsprungenen Superhelden erzählt, den sie Jahre später auf der Avenida Caracas zu erkennen glaubte und dem sie folgte, bis sie ihn schließlich an der Ecke zur 57. Straße aus den Augen verlor. Mir fällt der in einer Vitrine zur Schau gestellte menschliche Schädel ein, den ich auf dem Flohmarkt von San Alejo entdeckte und dessen Zahnreihen aus unerfindlichen Gründen mit Kabelanschlüssen bestückt waren. Da ist der Duft nach Kaffee, Orangen und gebratenen Eiern im Café Boca. Mein verwackelter Schnappschuss eines jungen Soldaten, das Maschinengewehr beim Abschiedskuss zwischen sich und der innigen Umarmung seiner Liebsten. Und der klangvolle Name auf einer hingekritzelten Notiz – Apolinar Albarracin – den ich keinem Gesicht mehr zuordnen kann…“

Im Sommer 2011 hatten zwei Autoren die einmalige Gelegenheit, einen Literaturaustausch der besonderen Art zu erleben, der an diesem Abend für das Publikum lebendig werden soll. Julio Paredes besuchte Stuttgart im Juli, ich selbst brach im August zu meinem Gegenbesuch auf  und verbrachte vier Wochen in der acht Millionen Einwohner zählenden Stadt. Das heutige Bogotá gehört wohl zu den interessantesten Metropolen der Welt. Neben den armen Vierteln im Süden stehen die luxuriösen Viertel des Nordens, Verkehrschaos herrscht in unmittelbarer Nachbarschaft von idyllischen Hinterhöfen, in die kaum ein Laut dringt. Bogotá ist voller Geschichten und zugleich eine inspirierende Stadt der Künste. Das ungewöhnliche Thema „Brachflächen“ regte mich  zu einem Essay an, das der Vielschichtigkeit dieser Stadt und dem besonderen Charme ihrer Bewohner gerecht zu werden versucht.

Datum: 21. März 2012, 19:30 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Stuttgart am Mailänder Platz

An diesem Abend wird auch eine zweisprachige Publikation zum Literaturaustausch mit den Essays der Autoren sowie begleitenden Fotografien vorgestellt. Die Publikation kann bezogen werden über: KATE – Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung, Blumenstraße 19 D 70182 Stuttgart.  Ein Dankeschön an dieser Stelle für die außergewöhnlich schöne Gestaltung an Renate Lahnstein: http://rla-design.de/index.php?id=rla-design-ostfildern (Diese Publikation wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich möchte an dieser Stelle aber doch darauf hinweisen, dass KATE die hohen Herstellungskosten trägt – daher möchte ich – ganz persönlich-  an die Besteller apellieren, z.B. bei Bestellung via Email eine kleine Spende zu überweisen oder postalisch in Form von Briefmarken ihrer Bestellung beizulegen. Vielen Dank!)

Sprache der Veranstaltung: Deutsch   Eintritt: frei

a.l. - Bogotá, 2011

Der Literaturaustausch Stuttgart – Bogotá ist ein Projekt von KATE (Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung) in Kooperation mit:

Landeshauptstadt Stuttgart, Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis DKF e.V., Stadtbibliothek Stuttgart, Institut für Auslandsbeziehungen ifa, Literaturhaus Stuttgart, Schriftstellerhaus Stuttgart, Alcaldía de Bogotá, Goethe Institut Bogotá, Ministerio de Cultura de la República de Colombia, Red Nacional de Escritura Creativa

Sponsoren des Projekts waren:
Landeshauptstadt Stuttgart
Alcaldía de Bogotá
Europäische Union
Deutsche Lufthansa AG

Bogotá, terrenos en desuso, libros hojeados por el viento: El intercambio literario Stuttgart – Bogotá

Evento y lectura con Anke Laufer

Fecha: 21 de marzo 2012, 19:30 – 21:00 horas

Lugar: Biblioteca Municipal de Stuttgart, Mailänder Platz

En el verano de 2011 Anke Laufer visitó al escritor colombiano Julio Paredes en Bogotá y pasó cuatro semanas en la gran ciudad de 8 millones de habitantes. Como muchas ciudades de América Latina Bogotá se caracteriza por una gran diversidad: migración masiva de zonas rurales a las urbanas, crecimiento de la superficie urbana, pobreza, embotellamiento del tráfico, degradación del medio ambiente. Al mismo tiempo Bogotá es una ciudad inspiradora de arte, donde trabajadores culturales encuentran un entorno muy rico. En esta complejidad se está moviendo Anke Laufer realizando investigaciones sobre el tema de „terrenos industriales abandonados“ en la vida cotidiana de la ciudad. Se formó un maravilloso ensayo enriquecido por las fotografías de los lugares más emocionantes en Bogotá.

„Una vez más tengo en el oído la voz algo ronca de la chica de la limpieza, que se sienta en el antepecho de esa misma ventana en una tranquila tarde dedicada a la escritura, con las piernas colgando, y me habla  de aquel cuaderno de cómics que, siendo niña, guardaba como si fuese un tesoro, del superhéroe que emergía de él, al que creyó reconocer años después en la Avenida Caracas, al que siguió hasta perderlo de vista, finalmente, en la esquina con la calle 57. Recuerdo el cráneo humano expuesto en una vitrina y que descubrí en el rastro de San Alejo, y cuyas hileras de dientes, por razones desconocidas, estaban provistas de tomas de cables. Ahí está, también, el aroma del café, de las naranjas, de los huevos fritos en el Café Boca. Mi movida instantánea de un joven soldado que, al dar el beso de despedida a su novia, dejó la ametralladora entre él y el íntimo abrazo dado a su amada. Y ahí está el sonoro nombre en una nota garabateada: Apolinar Albarracin, un nombre con el que no puedo asociar ya ningún rostro.“

El evento marca el final del intercambio literario Stuttgart – Bogotá. En julio de 2011 Julio Paredes pasó un mes en Stuttgart y escribió un ensayo sobre las zonas industriales abandonadas en Stuttgart. Ambos ensayos serán publicados en un libro que se presenta el 21 de marzo en Stuttgart.

Programa

Bienvenida
Susanne Laugwitz-Aulbach,
Directora de la Oficina de Cultura de Stuttgart
Repaso del Proyecto Intercambio Literario
Gabriele Winkler, contacto para Medio Ambiente y Desarrollo, KATE

Ponencia de apertura
„Die Zukunft interkommunaler Kulturarbeit mit Lateinamerika“
(„El futuro del trabajo cultural intercomunitario con Amércia Latina“)
Ronald Grätz, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) – Instituto para Relaciones Exteriores
Lectura, fotos, reporte
Bogotá – un libro al viento – ein vom Wind durchblättertes Buch
Anke Laufer

Presentación de la publicación Brachflächen – Terrenos en Desuso
Perspectivas
Alejandro Palacios-Tovar, Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis DKF e.V.
Encuentro y algo más

Idioma: Alemán
Organiza: Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis DKF e.V.
Werastraße 109
70190 Stuttgart
Tel: 0711 – 84980843
Alejandro.Palacios@dkfev.de
www.dkfev.de

http://www.embajada-colombia.de/paginasnoticias/KULTUR_74_stuttgart.htm