Der Wiedergänger

Als ich ausstieg, erhob sich ein Taubenschwarm von den Dächern der beiden alten Lagerhäuser und schrieb ein luftiges Y in den honigfarbenen Morgenhimmel. Graffiti bedeckten alle erreichbaren Mauerflächen der Backsteinblöcke. In den Fensterhöhlen steckten die Reste eingeschlagener Scheiben wie schiefe Zähne.

Ich zögerte, zwängte mich aber dann doch durch das spaltbreit offenstehende Eingangstor und ging die Auffahrt hinauf. Den Wohnwagen sah ich erst, als es zum Umkehren zu spät war. Der Alleinunterhalter hatte mich gesehen. Er saß rauchend in der offenen Tür, die Füße auf einem Trittschemel.

„Morgen. Kaffee?“

Ich nickte.

„Brötchen dazu?“

Ich schüttelte den Kopf.

Während er drinnen war, sah ich mich um. Das Gelände neben dem Wohnwagen war von rostigen Bahngleisen durchfächert. Zwischen den Schwellen blühte Johanniskraut. Dahinter zitterte die Luft über der leeren, geteerten Fläche, die sich bis zum Rand der Auen erstreckte.

Tauben trippelten hoch über mir die Dachkanten entlang, ruckten mit den Köpfen und gurrten.

„Die warten.“ Er reichte mir eine dampfende Tasse.

„Worauf?“

Er zuckte mit den Schultern.

„Ich weiß nicht, wer das Kommando gibt. Sie fliegen plötzlich los. Wenn du morgens die Tür aufmachst und sie fliegen quer über das Asphaltfeld… Das ist klasse.“

Später nahm er mich in die Lagerhäuser mit und zeigte mir ihre Nester, armselige Haufen von Kot und Unrat auf Simsen, hinter alten Brettern und verschimmelten Kartonagen. Die Tauben flogen ein und aus ohne sich von uns stören zu lassen, haarscharf an den Bruchkanten des Fensterglases vorbei.

Die Küken waren mehr schlecht als recht von gelbem Flaum bedeckt, hatten zu große Schnäbel und schuppige Federstoppeln, die nach und nach durch die Haut brachen. Wenn sie in Erwartung des Futters die Schnäbel aufrissen, konnte man sehen, wie wild entschlossen sie waren, sich nichts entgehen zu lassen.

„Die scheißen alles zu. Außerdem sind sie voller Ungeziefer. Zecken. Federlinge. Milben.“

Ich mochte sie trotzdem.

Aus: Der Wiedergänger. Erzählung. In: Anke Laufer –  Die Irritation. Erscheint demnächst im worthandel : verlag, Dresden

Skorpione, indigoblau

a.l.,2011

Die Augen der Frau haben sich geweitet. Eine Haarsträhne fällt ihr ins Gesicht und sie schiebt sie mit einer brüsken Bewegung hinter ihr rechtes Ohr. Ihre Hand zittert dabei. Man kann eine eingerissene Stelle an ihrem Daumennagel erkennen.

„Also verlegte er unseren Wohnsitz hangaufwärts, in eines der wohlhabenden Außenviertel. Hohe Mauern, Wachpersonal, Hundegebell. Beste Wohnlage, siehst du, sagte er, eine Stange Geld jeden Monat, aber wenn du so zufriedener bist. Er lächelte und sagte: Sogar mit Garten, sieh mal, jetzt hast du einen Garten. Du könntest Blumen pflanzen, es dir richtig nett machen, Nachbarinnen einladen. Ja, sagte ich zu ihm, tatsächlich? Der Garten also. Weißt du eigentlich, dass es dort Skorpione gibt? Aber er, er schüttelte nur den Kopf. Nein, er hielt mich nicht für verrückt, er wollte nur, dass ich aufhörte, Schwierigkeiten zu machen. Tags darauf kam er nach Hause, in aufgeräumter Stimmung. Er hatte sich erkundigt. Liebling, es gibt keine Skorpione in diesem Teil des Landes, sagte er, nachweislich. Und schon gar keine blauen. Und ich sagte: Das ist typisch. Du lügst dir die Welt zurecht. Sie sind da, verstehst du, sie laufen auf der Terrasse herum. Tag für Tag. Wo sind sie, fragte er. Ich sagte: Sie kommen heraus, wenn ich allein bin, es muss ein Nest geben, da draußen, wahrscheinlich verstecken sie sich unter den Bodenplatten. Er glaubte mir nicht, natürlich nicht, warum auch. Also versuchte ich, sie auszusperren. Ich stopfte Tücher in die Belüftungsschlitze, schloss mich im Schlafzimmer ein und ließ die Jalousien herunter, lag auf dem Bett und schrieb. Ich schrieb irgendetwas. Nichts, auf das man hätte stolz sein können. Erst hörte er auf mit mir zu streiten, dann redete er gar nicht mehr mit mir. Er hat sich nicht einmal mehr aufgeregt, als meine Regel ausblieb. Er nahm es hin. Nein, bevor Sie fragen: Ich habe mich auch nicht gefreut.“

Aus: Skorpione, indigoblau. Erzählung.

Erscheint demnächst in: Die Irritation. worthandel : verlag, Dresden.

Bereits vorbestellbar – beim Verlag oder in jeder Buchhandlung, z.B.

http://www.amazon.de/Die-Irritation-Anke-Laufer/dp/3935259301/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1333088496&sr=8-1

„Die Irritation“ – Neuerscheinung im Mai 2012

Ein Ingenieur, der in einem leeren Fabrikgebäude haust
und dem Geist eines toten Kollegen begegnet.
Eine Frau, die ihr jüngeres Selbst von Bord einer
Kanalfähre wirft. Ein Wissenschaftler, dem
ein ausgestorbener Vogel erscheint.
Ein Handlungsreisender, der an sein dunkelstes
Geheimnis erinnert wird. Ein junger Mann, der auf einem
stillgelegten Spielplatz ein kleines Mädchen beobachtet…

Anke Laufers 21 Stories – jede für sich ein kleines Universum – handeln von Liebe, Tod und dem Einbruch des Unergründlichen und Verstörenden in den Alltag. Atmosphärisch dicht und ungeheuer spannend sind diese Geschichten, ob sie den Leser in ein englisches Seebad entführen, in ein süddeutsches Dorf, in die Straßen von Madrid oder in eine fiktive südamerikanische Großstadt, ob sie aus der scheinbar wohlvertrauten Gegenwart berichten oder uns die gar nicht so weit entfernte, deshalb aber umso unheimlicher erscheinende Zukunft vor Augen führen.
Aus der klaren und präzisen Sprache dieser Autorin schlägt kaltes Feuer: Ihre Stories sind voller Abgründe, Unterströmungen und Andeutungen, die weit über das tatsächlich Erzählte hinausweisen. Vielleicht wahren sie ja gerade deshalb am Ende ihr Geheimnis, das im Leser mit Sicherheit lange nachklingen wird.

„Es gelingt Anke Laufer auf wenigen Seite den Schuldzusammenhang alles Lebendigen vor uns erstehen zu lassen und eine Welt zu gestalten, die wir sehen und hören, riechen und schmecken können, in der kein Wort zuviel ist und ein jegliches am richtigen Ort.“    Manfred Papst, Ressortleiter Kultur, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag.

Der  Band enthält u.a. die in den vergangenen fünf Jahren mit Preisen bedachten Kurzgeschichten und Erzählungen, wie zum Beispiel „Am Klippenrand“ (Würth-Literaturpreis 2011), Schallmeyers Klarsicht (Irseer Pegasus, 2010 und Nordhessischer Autorenpreis 2009), Chinakladden (Schwäbischer Literaturpreis 2009, Literaturpreis Buchmesse im Ried 2010) sowie „Der Papiervater“ (Schwäbischer Literaturpreis 2007)

worthandel : verlag  – Dresden. Klappenbroschur. Umschlaggestaltung nach einem Entwurf der Autorin unter Verwendung einer Arbeit des Street-Art-Künstlers STINKFISH, www.stink.tk, http://www.flickr.com/photos/stinkfishate/6996596770/   Bogotá, Kolumbien.

Herausgegeben von Keydel, Enrico
Verlag : worthandel
ISBN : 978-3-935259-30-9
Einband : Paperback
Preisinfo : 16,90 Eur[D] / 17,40 Eur[A]

Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang : ca. 298 S. – 21,0 x 13,0 cm
Produktform : B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum : 1. Aufl. 12.05.2012
Gewicht : 384 g
http://www.worthandel.de/irritation


Stelldichein der Schemen

a.l.,2010

“Wer ist Gruber?” fragt Nelly, als sie am nächsten Tag den Rollstuhl mit der alten Frau  vor sich her in den Wintergarten schiebt. Keine Antwort. Sie stellt den Rollstuhl an Ednas Lieblingsplatz und zieht für sich selbst einen der Korbstühle heran.

“Wer also ist Gruber?” fragt sie noch einmal.

Edna starrt durch sie hindurch. Nelly fragt sich einmal mehr, ob sie ihre Frage nicht verstanden hat oder nicht hören will.

“Da ist ein Dachreiter auf dem Haus”, sagt Edna plötzlich, “Ein Indianer. Er zielt mit Pfeil und Bogen auf das Meer hinaus.”

“Auf dem Dach des Hauses mit dem Namen Laterna Magica?”

Edna nickt. “Mein Bruder nennt ihn Winnetou.”

“Das Haus lag also am Meer?”

“Oh – ja, natürlich!” Edna hat etwas Wesentliches wiedergefunden. “Immer habe ich Sand zwischen den Zehen. Es sind unsere Ferien. Neunzehnhunderteinundzwanzig.”

“Und Gruber?”

Edna schlägt mit der flachen Hand auf die Armlehne des Rollstuhls. “Er lässt mich nicht in Ruhe”, sagt sie. “Er kann einfach keine Ruhe geben. So wie die Zwillinge. Genau wie die Zwillinge.”

“Waren die Zwillinge auch dort, in diesem Haus?”

Edna kneift die Augen zusammen.

“Die Zwillinge sitzen im Speisesaal am Nebentisch. Sie schmatzen. Sie furzen sogar. Ich habe mich beschwert.”

Edna isst jetzt allein zu Mittag, weil sie das so will. Ein Plastiktablett liegt vor ihr auf dem Tisch, darauf unterschiedlich geformte Schälchen. Das Plastikförmchen mit dem Fischfilet ist groß und rechteckig, das mit dem Brokkoli-Möhren-Gemüse klein und rund, das mit dem Reis quadratisch.

“Alles hübsch angerichtet”, bemerkt Nelly, aber Edna wirft dem Tablett einen abschätzigen Blick zu, greift dann nach dem nierenförmigen Puddingschälchen und dem Dessertlöffel. Der Pudding ist rosa und gelb, Erdbeere und Vanille. Edna isst langsam. Ihre Hand zittert. Vanillepudding bleibt ihr im Mundwinkel hängen. Nelly wendet den Blick ab, steht auf und sagt, sie werde sich einen Kaffee holen. Edna antwortet nicht.

Draußen, auf dem Flur, riecht es schwach nach Urin, Pfefferminzpastillen und Allesreiniger. Nelly lässt sich den Weg zum Kaffeeautomaten erklären, verläuft sich aber anschließend doch, weil jeder der Flure wie der andere aussieht. Schließlich findet sie den Automaten in einem dämmrigen Nebenraum, wo auch eine Voliere untergebracht ist. Kanarienvögel fliegen umher, picken Körner auf, wetzen die Schnäbel an den Sitzstangen. Zwei alte  Frauen, einander verblüffend ähnlich, sitzen dicht vor dem Gitter. Ein einzelner Vogel beginnt zu singen.

“Das ist Caruso. Dort oben, auf dem Ast, beim Pickstein.”

“Nein, du irrst dich. Das ist Pavarotti.”

“Unsinn! Ich werde doch unseren Caruso erkennen.”

“Ich sage dir, das ist nicht Caruso. Carusos Gesang ist viel eleganter.”

Die gleichen, dunkelblauen Strickkleider, derselbe Lippenstift, zwei karmesinrote Münder in den schlaffen, weißen Gesichtern. Das also sind sie, die Zwillinge, denkt Nelly.

“Guten Tag, meine Liebe”, sagt eine der beiden.

“Sie sind es also”, sagt die andere. “Die Schriftstellerin.”

Nelly nickt.

“Hat sie es Ihnen schon gesagt?”

“Was denn?”

“Wann Sie an der Reihe sind.”

“An der Reihe?”

“Man sagt, sie weiß, wer von uns als nächstes an der Reihe ist”, sagt eine der beiden.

“Oh, ja, das weiß sie, ganz gewiss”, fügt die andere eifrig hinzu, “Sie kennt sich aus mit den Toten.”a.l., 2009

Aus: Stelldichein der Schemen. Erzählung. Erscheint Ende April 2012 in: Anke Laufer: „Die Irritation“ worthandel : verlag, Dresden. Bereits vorbestellbar!

Die Chronistin von Chateauroux

„…Wir hatten nun fast drei Wochen auf den Rücken unserer Pferde verbracht. Seit siebzehn Tagen ritten wir durch die lichten Wälder des Hochplateaus, dem das Küstenland seinen Quellenreichtum und seine Fruchtbarkeit verdankt. Ich erinnere mich genau daran, wie tief mich die Schönheit jener Landschaft beeindruckte. Zwischen den hochstämmigen Palmen wucherten neben mannigfachem Unterholz riesenhafte Farnkräuter und breitblätterige Helikonien, während von den Wipfeln buntblumige Lianen in malerischem Gewirr herabhingen. Ich musste während der Reise immer wieder an die Klimachroniken denken. Vor kaum hundert Jahren war hier oben noch Schnee gefallen und der dichte schwarze Pelz des Nadelwaldes hatte die Bergrücken bedeckt. 

Mein Name ist Moira Mongulu. Ich reiste im Jahre 2121 nach Chateauroux als Beauftragte für die Wiederbelebung vergessener Güter. Ich kam im Namen des zentralen Revolutionsrates. Meine Begleiter waren Leutnant Asper und eine zwanzigköpfige Truppe von Soldaten, frischgebackene Absolventen der Schule der institutionalisierten Spontaneität…“

Aus: „Die Chronistin von Chateauroux“   nachzulesen in:

Anke Laufer: Die Irritation. Erzählungen. worthandel : verlag, Dresden.

Erscheinungstermin April 2012

(bereits vorbestellbar)

„Bogotá – ein vom Wind durchblättertes Buch“ Abschlussveranstaltung zum Literaturaustausch Stuttgart-Bogotá 2011

Lesung, Fotos und kolumbianischer Kaffee

„…Auf einmal habe ich wieder die etwas heisere Stimme des Zimmermädchens im Ohr, das an einem ruhigen Schreibnachmittag auf meiner Fensterbank sitzt, die Beine baumeln lässt und mir von dem als Kind gehüteten Schatz eines Comicheftes und dem daraus entsprungenen Superhelden erzählt, den sie Jahre später auf der Avenida Caracas zu erkennen glaubte und dem sie folgte, bis sie ihn schließlich an der Ecke zur 57. Straße aus den Augen verlor. Mir fällt der in einer Vitrine zur Schau gestellte menschliche Schädel ein, den ich auf dem Flohmarkt von San Alejo entdeckte und dessen Zahnreihen aus unerfindlichen Gründen mit Kabelanschlüssen bestückt waren. Da ist der Duft nach Kaffee, Orangen und gebratenen Eiern im Café Boca. Mein verwackelter Schnappschuss eines jungen Soldaten, das Maschinengewehr beim Abschiedskuss zwischen sich und der innigen Umarmung seiner Liebsten. Und der klangvolle Name auf einer hingekritzelten Notiz – Apolinar Albarracin – den ich keinem Gesicht mehr zuordnen kann…“

Im Sommer 2011 hatten zwei Autoren die einmalige Gelegenheit, einen Literaturaustausch der besonderen Art zu erleben, der an diesem Abend für das Publikum lebendig werden soll. Julio Paredes besuchte Stuttgart im Juli, ich selbst brach im August zu meinem Gegenbesuch auf  und verbrachte vier Wochen in der acht Millionen Einwohner zählenden Stadt. Das heutige Bogotá gehört wohl zu den interessantesten Metropolen der Welt. Neben den armen Vierteln im Süden stehen die luxuriösen Viertel des Nordens, Verkehrschaos herrscht in unmittelbarer Nachbarschaft von idyllischen Hinterhöfen, in die kaum ein Laut dringt. Bogotá ist voller Geschichten und zugleich eine inspirierende Stadt der Künste. Das ungewöhnliche Thema „Brachflächen“ regte mich  zu einem Essay an, das der Vielschichtigkeit dieser Stadt und dem besonderen Charme ihrer Bewohner gerecht zu werden versucht.

Datum: 21. März 2012, 19:30 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Stuttgart am Mailänder Platz

An diesem Abend wird auch eine zweisprachige Publikation zum Literaturaustausch mit den Essays der Autoren sowie begleitenden Fotografien vorgestellt. Die Publikation kann bezogen werden über: KATE – Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung, Blumenstraße 19 D 70182 Stuttgart.  Ein Dankeschön an dieser Stelle für die außergewöhnlich schöne Gestaltung an Renate Lahnstein: http://rla-design.de/index.php?id=rla-design-ostfildern (Diese Publikation wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich möchte an dieser Stelle aber doch darauf hinweisen, dass KATE die hohen Herstellungskosten trägt – daher möchte ich – ganz persönlich-  an die Besteller apellieren, z.B. bei Bestellung via Email eine kleine Spende zu überweisen oder postalisch in Form von Briefmarken ihrer Bestellung beizulegen. Vielen Dank!)

Sprache der Veranstaltung: Deutsch   Eintritt: frei

a.l. - Bogotá, 2011

Der Literaturaustausch Stuttgart – Bogotá ist ein Projekt von KATE (Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung) in Kooperation mit:

Landeshauptstadt Stuttgart, Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis DKF e.V., Stadtbibliothek Stuttgart, Institut für Auslandsbeziehungen ifa, Literaturhaus Stuttgart, Schriftstellerhaus Stuttgart, Alcaldía de Bogotá, Goethe Institut Bogotá, Ministerio de Cultura de la República de Colombia, Red Nacional de Escritura Creativa

Sponsoren des Projekts waren:
Landeshauptstadt Stuttgart
Alcaldía de Bogotá
Europäische Union
Deutsche Lufthansa AG

Bogotá, terrenos en desuso, libros hojeados por el viento: El intercambio literario Stuttgart – Bogotá

Evento y lectura con Anke Laufer

Fecha: 21 de marzo 2012, 19:30 – 21:00 horas

Lugar: Biblioteca Municipal de Stuttgart, Mailänder Platz

En el verano de 2011 Anke Laufer visitó al escritor colombiano Julio Paredes en Bogotá y pasó cuatro semanas en la gran ciudad de 8 millones de habitantes. Como muchas ciudades de América Latina Bogotá se caracteriza por una gran diversidad: migración masiva de zonas rurales a las urbanas, crecimiento de la superficie urbana, pobreza, embotellamiento del tráfico, degradación del medio ambiente. Al mismo tiempo Bogotá es una ciudad inspiradora de arte, donde trabajadores culturales encuentran un entorno muy rico. En esta complejidad se está moviendo Anke Laufer realizando investigaciones sobre el tema de „terrenos industriales abandonados“ en la vida cotidiana de la ciudad. Se formó un maravilloso ensayo enriquecido por las fotografías de los lugares más emocionantes en Bogotá.

„Una vez más tengo en el oído la voz algo ronca de la chica de la limpieza, que se sienta en el antepecho de esa misma ventana en una tranquila tarde dedicada a la escritura, con las piernas colgando, y me habla  de aquel cuaderno de cómics que, siendo niña, guardaba como si fuese un tesoro, del superhéroe que emergía de él, al que creyó reconocer años después en la Avenida Caracas, al que siguió hasta perderlo de vista, finalmente, en la esquina con la calle 57. Recuerdo el cráneo humano expuesto en una vitrina y que descubrí en el rastro de San Alejo, y cuyas hileras de dientes, por razones desconocidas, estaban provistas de tomas de cables. Ahí está, también, el aroma del café, de las naranjas, de los huevos fritos en el Café Boca. Mi movida instantánea de un joven soldado que, al dar el beso de despedida a su novia, dejó la ametralladora entre él y el íntimo abrazo dado a su amada. Y ahí está el sonoro nombre en una nota garabateada: Apolinar Albarracin, un nombre con el que no puedo asociar ya ningún rostro.“

El evento marca el final del intercambio literario Stuttgart – Bogotá. En julio de 2011 Julio Paredes pasó un mes en Stuttgart y escribió un ensayo sobre las zonas industriales abandonadas en Stuttgart. Ambos ensayos serán publicados en un libro que se presenta el 21 de marzo en Stuttgart.

Programa

Bienvenida
Susanne Laugwitz-Aulbach,
Directora de la Oficina de Cultura de Stuttgart
Repaso del Proyecto Intercambio Literario
Gabriele Winkler, contacto para Medio Ambiente y Desarrollo, KATE

Ponencia de apertura
„Die Zukunft interkommunaler Kulturarbeit mit Lateinamerika“
(„El futuro del trabajo cultural intercomunitario con Amércia Latina“)
Ronald Grätz, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) – Instituto para Relaciones Exteriores
Lectura, fotos, reporte
Bogotá – un libro al viento – ein vom Wind durchblättertes Buch
Anke Laufer

Presentación de la publicación Brachflächen – Terrenos en Desuso
Perspectivas
Alejandro Palacios-Tovar, Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis DKF e.V.
Encuentro y algo más

Idioma: Alemán
Organiza: Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis DKF e.V.
Werastraße 109
70190 Stuttgart
Tel: 0711 – 84980843
Alejandro.Palacios@dkfev.de
www.dkfev.de

http://www.embajada-colombia.de/paginasnoticias/KULTUR_74_stuttgart.htm

Bin ich bloß der Lautsprecher?

Viele meiner liebsten Schriftsteller haben eine unverwechselbare Tonlage. Die zieht sich durch all ihre Texte, gibt ihnen den typischen Klang, es ist diese ganz eigene Stimme des Autors, die man immer wieder hören will. Als Autorin bin ich natürlich auf der Suche nach dieser eigenen Stimme, die wohl ein Qualitätsmerkmal ist. Na schön, sie entwickelt sich allmählich, wenn auch unendlich langsam, und natürlich nur durch unermüdliches Vielschreiben. Ohne Fleiß – …na, Ihr wisst schon. Aber der Prozess ist so zäh, dass man durchdrehen könnte. Ich vergaß zu erwähnen: Geduld gehört nicht zu meinen starken Seiten.

a.l.,2009

Weiterlesen „Bin ich bloß der Lautsprecher?“

„Wegkreuzung im Labyrinth“ in der Endrunde beim 16. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb

Das Thema des Wettbewerbs nach Tennessee Williams Titelvorlage „Endstation Sehnsucht“ fanden über 850 Autoren so spannend, dass sie ihre Texte einreichten. Meine Geschichte „Wegkreuzung im Labyrinth“, die im Rahmen meines Aufenthalts in Bogotá auch ins Spanische übertragen wurde, schaffte es immerhin auf Platz 13, was ja einem Schriftsteller bekanntlich Glück bringen soll.

Die Jury setzte sich zusammen aus Prof. Martin Hielscher (Cheflektor C.H.Beck) Natalie Buchholz (Lektorin Klett-Cotta),  Ass.Prof. Kathrin Bleuler (Universität Salzburg) und Julia Eisele (Lektorin Piper). Die Lesung der am besten bewerteten vier Texte fand am 5.November in München statt. Mein Text und sechzehn andere wurden zunächst auf der Homepage des Veranstalters veröffentlicht. In den nächsten Tagen ist über das Ergebnis des Wettbewerbs und die Sieger über folgenden Link mehr zu erfahren

http://www.hs-veranstaltungen.de/?idcat=64:

Eine Veröffentlichung in Buchform und eine Vertonung als Hörbuch mit musikalischer Begleitung ist ebenfalls geplant.

Bilanz einer literarischen Reise – resumen de un viaje literario

Nun ist es bereits Monate her, dass ich aus Bogotá zurückgekehrt bin, mit viel zu vielen Büchern im Handgepäck, die man mir bei den Gewichtskontrollen am Flughafen in Bogotá gnädig hat durchgehen lassen und den Kopf voller neuer Textpartikel, Ideen und den Erinnerungen an die Gespräche mit kolumbianischen Autorenkollegen, allen voran mit Julio Paredes. Diese haben mich ihr ganzes Gewicht erst später spüren lassen, als ich wieder am heimatlichen Schreibtisch saß und versuchte, dort wieder anzuknüpfen, wo ich stehengeblieben war, bevor ich nach Kolumbien aufbrach. Das war, wie sich herausstellen sollte, ganz und gar unmöglich. Dies war eine der sehr seltenen Reisen, die dem Schreiben nicht nur neue Impulse, sondern eine ganz neue Ausrichtung geben.

Im März 2012 sind in Stuttgart und Bogotá Veranstaltungen geplant, bei denen der Literaturaustausch und seine Ergebnisse noch einmal präsentiert werden sollen. In Stuttgart werde ich aus meinem nach meiner Rückkehr ausgearbeiteten Essay über Bogotá lesen und in einem Gespräch über den Literaturaustausch berichten. Dabei wird auch die zweisprachige Veröffentlichung präsentiert werden, welche die Texte beider Autoren und begleitende Fotografien enthält.

Entrevista con Anke Laufer (Bogotá Convention Bureau) /Interview mit dem Bogotá Convention Bureau (Spanisch):

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