In diesem Jahr feiert die Künstlerkolonie Stiwdio Maelor im nordwalisischen Corris nahe Machynlleth, mitten im Snowdonia National Park, ihr zehnjähriges Bestehen. Ich selbst war dort etwa zwei Jahre nach ihrer Gründung zu einem Aufenthalt eingeladen, der zeitlich mit der Brexitabstimmung zusammenfiel.
Als wir „Ehemaligen“ nun dazu aufgerufen wurden, einen Text für die Jubiläumsanthologie zu liefern, dachte ich sofort an meine Geschichte „Nacht im Imperial“, die sowohl als die Geschichte einer enttäuschten Liebe, als auch als eine Allegorie auf den Brexit gelesen werden kann. Es freut mich deshalb besonders, dass der Text nun zuerst im Vereinigten Königreich erscheint.
Oscar leads the way through a swing door and up flights of stairs interspersed with landings, dim hallways and heavy fire doors; he talks you through the weaknesses of an insane floorplan, gestures towards the east wing, the former ballrooms and suites that have long since been carved up, patiently explains conversion and renovation projects, and draws your attention several times to the emergency exit signs as you follow him steeply upwards, then down again at an angle, this time descending a staircase of polished wood. You experience a brief, illogical epiphany when he reveals why the corridor with the lily wallpaper appears to make a dizzying U-turn, and why the servants’ spiral staircase winds upwards from that point –
Wales Millenium Centre, Cardiff: In These Stones Horizons Sing Foto: A.L., 2012
Zusage! Rwyf mor – Ich freue mich so – (man muss dem Online-Übersetzer auch mal vertrauen können 😉
Nun geht es im Juni für mich zum Schreiben ins landschaftlich atemberaubende Nordwales, mitten in den Snowdonia National Park, genauer gesagt nach Corris in der Nähe von Machynlleth.
Das Stiwdio Maelor ist eine vom Arts Council von Wales finanzierte Künstlerkolonie. Bildende Künstler und Autoren aus aller Welt können sich dort für einen Arbeitsaufenthalt von einer bis hin zu acht Wochen bewerben. Es geht dem Projekt darum, den Künstlern Ateliers und Zeit zur Verfügung zu stellen, um ihre Arbeit ungestört voranzutreiben. Ablenkungen gibt es offiziell keine – kein Internet, kein Fernseher jedenfalls – obwohl die Gesellschaft netter Kollegen, die Neugier auf deren Arbeit und die wunderschöne Umgebung wohl auch als solche gelten können.
Ich bedanke mich bei Veronica Calarco, der Koordinatorin von Stiwdio Maelor, der Auswahljury und dem Arts Council von Wales für die Unterstützung meiner Arbeit.