Seit 1973 steht der Förderkreis Deutscher Schriftsteller für Literatur im Ländle, wie die Baden-Württemberger ihre Region liebevoll nennen. Wer hier lebt, darf sich literarisch glücklich schätzen, denn neben Lesungsförderungen und Preisen steht den Schreibenden hier auch die Möglichkeit offen, sich für eines der Arbeitsstipendien des Förderkreises zu bewerben.
Ich freue mich besonders, dass mir zum Ende dieses Jahres für das Romanprojekt „Die Nachtschwimmer“ ein solches Arbeitsstipendium zuerkannt wurde. Der Handlungsverlauf des in Arbeit befindlichen fünfteiligen Manuskripts erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren. Es geht um alte und neue dörfliche Außenseiter, um Freundschaft, um Freiheit, und um die schicksalhaften Zusammenhänge zwischen Schuld, Tod, Sehnsucht und Verlust. Eine einzige Handlung, ins nachtschwarze Wasser der Zeit geworfen, schlägt in dieser Geschichte ihre konzentrischen Wellen. Nichts im Leben einer Gruppe von Freunden, welche jene Handlung zu verantworten haben, bleibt in Zukunft von ihr unberührt – und doch haben sich die kaleidoskopischen Teilchen, die sich in die Zukunft hinein verschieben, bereits weit in der Vergangenheit zu einer Konstellation formiert, welche den Verlauf der Ereignisse unausweichlich erscheinen lässt.
Ich danke der Jury für die hochwillkommene Unterstützung des Projekts und vor allem für Anerkennung und Ermunterung, die jede/r Schreibende auf der langen Strecke des Romanschreibens dringend braucht.

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