anke laufer

wort – bild – storytelling

Archiv für das Schlagwort “Roman in einem Monat”

Nanowrimo, der ganz normale Schreibwahnsinn…

Es ist wieder so weit. Heute war unser erstes Treffen bei Unterwegs e.V. in der Wilhelmstraße 3 in Tübingen, wo wir uns während des Monats wohl regelmäßig Samstags um 11 einfinden werden. Danke an Beth und alle Mitarbeiter von Unterwegs für Kaffee, Pancakes und Gastfreundschaft!

Wie Kinder auf Halloween freuen sich Kreative und Fantasten, denen der Alltag zu wenig Spielraum lässt, alle Vielschreiber mit ausgeprägtem sportlichen Ehrgeiz und die vielen ausgepowerten Berufsschreiber, die eine Pause von Ernsthaftigkeit und hartem Überarbeiten brauchen, auf das alljährliche Novemberschreiben, den National Novel Writing Month. In einem Monat einen kleinen (wenn auch unvollkommenen) Roman von 50 000 Wörtern zustande zu bringen ist eine Herausforderung, die immer mit viel Spaß und Anstrengung verbunden ist – eine Gesundheitskur für Fantasie und Hirn. Alles da drin wird beim ungebremsten und unzensierten Schreiben gründlich durchgeklopft, -gespült und -gelüftet. Im Dezember fühlen sich dann alle Teilnehmer zugleich erschöpft, entspannt und glücklich. Mehr zum Nanowrimo unter http://nanowrimo.org/

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NaNoWriMo und die Zukunft des Geschichtenerzählens

In diesem Monat habe ich mich wieder auf das Abenteuer NaNoWriMo eingelassen. Das heißt, dass ich diesen Beitrag überhaupt nicht schreiben dürfte, denn ein inzwischen zur Hälfte fertiggestelltes Rohmanuskript wartet auf tägliche 1667 Wörter. Man verzeihe mir deshalb, wenn auch der vorliegende Blogbeitrag einer Art Rohmanuskript entspricht, für Überarbeitungen war leider keine Zeit. Was ist Nanowrimo eigentlich?

Überall auf der Welt verpflichten sich Abertausende von Teilnehmern (diesmal rund 300 000)  beim National Novel Writing Month innerhalb eines Monats ein komplettes Romanmanuskript zu schreiben. Ziel sind 50 000 Wörter, was in etwa 200 Normseiten entspricht.Get off Facebook

Man müsste weit ausholen, um den Zauber dieses Schreibgroßereignisses zu beschreiben. Er liegt in der Hauptsache darin, beim Schreiben (wenn auch nur für einen Monat) kein Einzelkämpfer mehr zu sein, und ja: Im Ansporn der Zahlen und Statistiken. Das Schreiben auf „Teufel-komm-raus“ überlistet des inneren Zensor, der alles für unzulänglich befindet, was in einer ersten Version entsteht. Insofern ähnelt Nanowrimo einem großen Lagerfeuer, an dem viele sitzen und ihre  Geschichten erzählen. Es gibt kein Abbrechen und Zurückblicken, bevor nicht alles erzählt ist. Schon allein deshalb lohnt sich die Sache, für Schreibende, die einen ersten Versuch wagen, aber ebenso für erfahrene Autoren, die zum endlosen Überarbeiten und zum Perfektionismus neigen. Sicher eignet sich das Konzept nicht für jeden – aber es ist auch dann einen Versuch wert, wenn man es auf den ersten Blick für blödsinnig hält: Der eigentliche Sog des Nanowrimo entwickelt sich erst beim Mitmachen. Wieviel Spaß und Anregung das bringen kann, zeigen für mich auch die lokalen Zwischentreffen der Nano-Besessenen wie das am 10.11.2013 (siehe Bild)

Ach ja, und in diesem Jahr gibt es eine ideale Ergänzung für alle, die tiefer in die Welt des Geschichtenerzählens einsteigen wollen. Die Fachhochschule Potsdam bietet im Rahmen der Iversity einen Kurs, der unter dem Titel  „The future of Storytelling“ über neueste und zukünftige Entwicklungen des Geschichtenerzählens in verschiedenen Mediensparten informiert. Der Kurs läuft noch bis zum 20.Dezember 2013, setzt allerdings gute Englischkenntnisse voraus.

Aber jetzt muss ich euch leider verlassen. 1667 Wörter warten noch darauf, heute geschrieben zu werden.

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Nanowrimo – lokales Zwischentreffen am 10.11.2013

Nachtrag:

29.11.2013 -Es ist geschafft. Nach neunundzwanzig Tagen sind 50 000 Wörter geschrieben. Ein wenig erschöpft, doch zufrieden, arbeite ich derzeit noch an den letzten beiden Szenen, die mein NaNoWriMo – Projekt in diesem Jahr beschließen und die wie ein Fähnchen über das Soll hinausflattern. Tatsächlich ist es mir gelungen, den vollständigen Plot in einer Grobversion herunterzuschreiben mit der ich anschließend gut werde weiterarbeiten können – denn auf den ersten Blick enthält sie keine gravierenden logischen Widersprüche, überflüssige Wiederholungen und allzu peinlich schlechte Szenen. Das ist schon eine ganze Menge, sage ich mir, viel mehr als man eigentlich erwarten kann. Daher gibt es zur Belohnung nicht nur einen frisch aufgebrühten Kaffee, sondern auch noch einen Lebkuchen mit Schokoladenguss.

Das Manuskript wird nun erst einmal  zugunsten der Feinarbeit an einem  anderen zurückgestellt und darf gut durchziehen, bevor ich mich im Frühjahr an eine erste Überarbeitung wage.

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