außer.dem ein Hund

Meine Story „Der Hund“ erscheint in Kürze im Literaturmagazin außer.dem

„die münchner literaturzeitschrift außer.dem ist an zeitgenössischen modernen texten interessiert, die über die üblichen klassischen muster hinausreichen und an markanten stellen das gängige schema von lyrik und prosa verlassen. außer.dem veröffentlicht auch texte, die sich außerhalb des eingeführten literaturbetriebes sehen; texte, die der üblichen lyrik und prosa überraschende und innovative textalternativen gegenüberstellen.“

Aus bekannten Gründen wird das Heft dieses Mal nicht live, sondern im Rahmen einer Radiosendung präsentiert – auch ein von mir eingelesener Ausschnitt meines Textes wird zu hören sein. Demnächst wird es zudem eine spannende Präsentation der (Video-) Autorenlesungen auf YouTube geben.

FROHLOCKDOWN – Präsentation der Ausgabe von außer.dem 27 – Heftpräsentation ON AIR bei Radio Lora
Freitag, 27. November, 20 Uhr.

Hier geht’s zum LIVESTREAM

 

Der Hund (Auszug)

Hatte eingekauft, heut früh, wollt danach zum Strand, konnte dann nicht. War´s gewohnt, dem Hund zuzusehen. Steine, überall kollernde Steine, die haben dem Hund Spaß gemacht, er hetzte los, suchte einen aus, brachte ihn im Maul, warf ihn mir vor die Füße, guckte so, hechelte, brachte mich zum Lachen, guckte dann immer wie Damian. Der wollte auch immer getätschelt werden, der Streuner, auch wenn der irgendwann gar nix mehr mitbrachte, keine Walfischknochen, nicht mal Steine.

Bin dann also zum Palace Pier, stattdessen, ging so rum, zwischen den Imbissbuden und Fahrgeschäften, guckte den Leuten zu, weiß, kaffeebraun, schwarz, Eltern und Kinder, schwule Pärchen, Teenager, die knutschen. Brighton ist so, im Sommer, überall flattrige junge Dinger, frisch aus dem Kokon, Sprachstudentinnen, sowasalles, überallher, bloß weil sie in ein Loch gefallen sind, glauben die, sie sind in der Wunderwelt. Aber es ist die Stadt, die alte Schlampe, merkst nicht, dass du schon in ihrem Schlund steckst und verschluckt wirst, spurlos, einfach weg.

Lange her, das Lagerhaus, der Hafen, die Möwen und Damian, lange her. Die Holzstiege, weiter, immer weiter ging´s rauf, außer Atem, bis in den Himmel, oben der Dachboden, der Gasofen, fauchte die ganze Nacht, das Ungeheuer. Und Haufen, Türme aus Gerümpel, Damians Kram, er verkaufte manchmal was, wenn wir Geld brauchten. Hörten das Krallenscharren, Poltern, wenn die Hafenratten nachts rumkletterten, riesige Biester waren das, hat uns aber nix ausgemacht, haben uns nur fester umarmt, so war das.“

 

außer.dem Nr. 27 erscheint Anfang Dezember mit einer handverlesenen Auswahl an einzigartigen, innovativen und unerwarteten Texten ///

Jetzt VORBESTELLEN und außer.dem 27 ist Anfang Dezember druckfrisch in Ihrer Post.