anke laufer

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Die Zähmung der Null – ein Rückblick

Es war die Präsentation der neuen Anthologie des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden Württemberg und gleichzeitig die eines außergewöhnlichen Kunstprojekts der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen, die in der Gestaltung des Buchcovers mündete. Ein wunderbarer Abend mit Kollegen, die man zu selten sieht (danke, Christa Degen!), einem lebhaften und interessierten Publikum, Marmorkuchen, Schaumwein und Würstchen im Schlafrock.

Der eigentliche Star des Abends jedoch war dieser Ort, dem man sich nicht entziehen konnte.

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Die Zähmung der Null

Im Juni wird die neue Anthologie des Förderkreises Deutscher Schriftsteller in BadenWürttemberg unter dem Titel „Die Zähmung der Null“ erscheinen. Darin enthalten sind Texte der im vergangenen Jahr für eine Förderung ausgewählten Autoren, unter anderem ein Auszug aus meinem aktuellen Romanprojekt (ein Zitat daraus finden Sie unten).

Schüler des Kunstprofils der Klasse 10 des Gymnasiums an der Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen konnten Entwürfe für die Einbandgestaltung einreichen, die jetzt zusammen mit dem Buch präsentiert werden.  Weiterhin wird es eine Lesung mit Markus Orths geben. Die Vernissage findet am 3.Juni 2014 um 19.00 Uhr  in der Güterhalle des alten Güterbahnhofs  (Eisenbahnstraße 21 in 72072 Tübingen) statt. (Der Eingang liegt  auf der Rückseite der Halle, Parkplätze gibt es in ausreichender Zahl vor dem Gebäude.) Alle Interessierten sind eingeladen zu dieser besonderen Veranstaltung an einem ungewöhnlichen Ort.

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„Die Straße war ein zugiger Korridor, abschüssig und menschenleer, der in einen Abgrund aus Wolken und Licht mündete. Auf diesen Fluchtpunkt ging Beck zu, während ihm der Wind die Haare aus der Stirn blies. Er fühlte sich jetzt besser. Allmählich schoben sich Bilder der Stadt in sein Bewusstsein, bruchstückhaft und fremd. Manche der alten Häuser schienen vor unbestimmter Zeit von den Bewohnern verlassen worden zu sein. Vor anderen lag Spielzeug aus grellbuntem Plastik, auf Stufen, die zu zerschrammten Türen führten. In mehreren Eingängen standen Topfpflanzen als hätten sie sich dorthin vor dem Wind geflüchtet, manche kümmerlich, manche wie exotische Miniaturinseln, üppig und dicht. Hoch oben, auf Simsen, Mauerabsätzen und zwischen den Kaminen, drängten sich die Nester der Möwen. Die Dächer waren weiß gesprenkelt vom Kot. Brutpaare machten durch ihr Geschrei deutlich, wem die Straße wirklich gehörte. Das vorletzte Gebäude auf der rechten Straßenseite, ein schmales, hoch aufragendes Haus, war zu vermieten. Das Schild des Immobilienmaklers pries den Seeblick aus Klippenhöhe, doch tatsächlich versperrte die düstere Rückseite eines alten Hotels den Großteil der Aussicht.“

(Aus: Hotel Royal. In: Die Zähmung der Null. Förderband 13, Karlsruhe,  2014)

 

 

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